Chronik | Oberösterreich
11.02.2018

6000 Gefallene bei der Schlacht im Emlinger Holz

Das Rennaissance-Schloß Hartheim © Bild: Josef Leitner

Herzog Tassilo residierte im Sommer im von ihm gegründeten Gutshof.

Vielfältig sind die Wandermöglichkeiten in der größten Gemeinde im Bezirk Eferding. Ausgehend vom Schloss Hartheim vereint die "Kulturrunde A5" auf eineinhalb Stunden reichhaltige Eindrücke der Natur und Kultur. Rasch wird der Ort verlassen und ein Feldweg in Richtung Winkeln beschritten. Man versteht gut, dass diese Gegend dem bayrischen Herzog Tassilo im achten Jahrhundert sehr gut gefallen hat. Der Politikwissenschaftler und Hobbyhistoriker Adolf Golker erzählt: "Sogleich ließ er ein Bethaus und einen Gutshof errichten, wo er dann in den Sommermonaten zu residieren pflegte. Das alles ereignete sich im Jahr 777." Damit beginnt die geschriebene Geschichte von Alkoven.

Blick ins Gebirge

Nach der Ortschaft Winkeln verlassen wir langsam die Ebene und steigen einen Höhenrücken hinauf. Weiter geht es zwischen den jetzt winterlich ruhenden, ansonsten sehr fruchtbaren Feldern. Obwohl der Anstieg nur 70 Höhenmeter ausmacht, bieten sich erstaunliche Ausblicke auf das südliche Gebirgspanorama. Traunstein und Großer Priel grüßen von weitem. Die Schritte knirschen im gefrorenen Schnee. Auf blattlosem Ast sitzt eine einsame Krähe. Ein Rudel Rehe sucht Zuflucht im Gestrüpp eines Rapsfeldes. Schließlich taucht am Horizont der Turm des Annaberg-Kirchleins auf. Ein sehenswerter Ort mit einer 800-jährigen Geschichte. Von den Herren von Aspang als Etappenpunkt mit Rast- und Andachtsstätte für die Pilger errichtet, wurde sie eine der bedeutendsten Wallfahrtstationen an der Heiligen Straße nach Mariazell. So reihen wir uns in die Schar prominenter Wallfahrer wie Kaiser Leopold I. oder Maria Theresia ein. Im Inneren berichten prächtige Epitaphe von den hier ruhenden Mitgliedern der Familie Aspang. Maria Kempl, die Bäuerin des unmittelbar angrenzenden Gutshofes, erzählt Interessantes: "Beim Pflügen haben wir Gegenstände entdeckt, die von einer Besiedlung bereits vor 4000 Jahren zeugen. An diesem Ort befand sich wahrscheinlich auch eine keltische Kultstätte."

Bauernaufstand

Wegen der guten Aussicht ins Donautal hatte er auch immer strategische Bedeutung. So haben sich hier beim Bauernkrieg 1626 die kaiserlichen Truppen gesammelt und sind über den Höhenrücken hinunter in die Schlacht gegen die aufständischen Bauern gezogen. Im nahen "Emlinger Holz" fanden 3000 Bauern und ebenso viele Soldaten den Tod. Morgenstern und Hellebarde im Gemeindewappen von Alkoven erinnern daran. Heute liegt die Landschaft in friedlicher Ruhe, die Pferde genießen die Winterluft auf der nahegelegenen Koppel.

Autor Josef Leitner ist Universitätslektor und besucht mit seinem Reisemobil interessante Plätze der Natur und Kultur