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„Freunde aus der Ukraine“ fehlen beim Schmiedefest Ferraculum

In Ybbsitz brennen drei Tage lang die Schmiedefeuer. An die 70 „schwarze Gesellen“ aus halb Europa schmieden um die Wette. Statt der Gemeinde veranstaltet nun der Verein Schmiedezentrum das Spektakel.
Schmied am Amboss

Als Drehscheibe inmitten der Schmiedemeile und als Ort, der vor drei Jahrhunderten um die 90 Schmiedemeister beherbergte, ist in Ybbsitz das Erbe der Schwarzen Grafen allgegenwärtig. Beim dreitägigen Schmiedefest „Ferraculum 2026 reloaded“ geben sich ab heute wieder an die 70 Kunstschmiede aus halb Europa ein Stelldichein. Bei aller Tradition stehen nach 30 Jahren nicht zuletzt wegen der finanziellen Situation der Gemeinden auch bei diesem Event viele Neuerungen an.

Das alle zwei Jahre stattfindende Wettschmieden wird heuer erstmalig nicht von der Gemeinde, sondern vom Verein „Schmiedezentrum Ybbsitz“ veranstaltet. Nicht das Ybbsitzer Ortszentrum, sondern das Gelände der nahen Firma Sonneck wird das pulsierende Herz der Veranstaltung sein. Hier werden die Schmiedefeuer glühen und die Ambosse klingen.

Tradition

Seit der Gründung der Schmiedemeile und dem Anschluss an die großen europäischen Schmiedezentren im Jahr 1992 stand die Gemeindeführung maßgeblich hinter dem Aufbau der Schmiedtradition zur Marke. „Es ist natürlich der budgetären Situation geschuldet, aber es übernimmt auch eine neue nicht mehr so stark in der Gemeindeverwaltung verhaftete Generation das Geschehen“, sagt der Ybbsitzer Bürgermeister Gerhard Lueger (ÖVP).

Dennoch unterstützte die Kommune das Ferraculum so gut es gehe, „wir betreiben sicher keine Kindesweglegung“, versichert Lueger. Mit dem Museum Ferrum und der bisweilen auch von 14.000 Besuchern gestürmten Schmiedeweihnacht bleibt die Gemeinde zudem auch als zentrale Organisationsstelle fixer Unterstützer der uralten Eisentradition.

Organisator

Nimmermüder Antreiber und Organisator der Schmiede-Renaissance war der frühere Bürgermeister Josef Hofmarcher, der 2018 als Ortschef abtrat und noch immer als Obmann des Vereins „Schmiedezentrum Ybbsitz“ fungiert. Das Programm am Wochenende sei umfangreich und vielseitig, schildert er. Dass in der Schar der Schmiede weiterhin die früher große Gruppe der „ukrainischen Freunde“ fehle, sei sehr schmerzlich, so Hofmarcher. Der in ihrer Heimat tobende Krieg verhindert eine Teilnahme. Lediglich ein oder zwei Ukrainer seien angemeldet, so Hofmarcher.

Los geht„s mit dem Programm heute um 10 Uhr mit der Eröffnung einer Sonderschau der Brünner Schmiedeschule im Museum Ferrum. Ab Mittag startet das Schauschmieden beim Werk 4 der Firma Sonneck. Spektakulär soll der diesjährige Schmiedewettbewerb “Helix„ sein - dabei geht es um geschmiedete Windungen und Spiralen. So wie an den nächsten beiden Tagen, werden auch heute schon die bekannten Hammerwerke, der Eybl- und der Fahrngruber-Hammer betrieben. Dass das Schmiedevolk auch zu feiern versteht, wird bei der “FerroNight„ am Samstagabend bei Livemusik mitzuerleben sein. Am Sonntag steigt ein Frühschoppen, dazu wird ein Kinderprogramm geboten und auch die Siegerehrung des Schmiedewettbewerbs am Nachmittag wird ein internationales Spektakel.

 

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