Chronik | Niederösterreich
22.05.2017

Wr. Neustadt: Sanitäter blickten bei Einsatz in Waffenmündung

Drogensüchtige lagen bewusstlos in einem Fahrzeug in der Innenstadt. Als das Rote-Kreuz helfen wollte, wurden die Freiwilligen von einem bewaffneten Mann bedroht.

Weil sie mehreren bewusstlosen Personen helfen wollten, haben sich Rot-Kreuz-Sanitäter aus Wiener Neustadt am Montag selbst in große Gefahr gebracht. Bei dem Einsatz in der Innenstadt blickten die Freiwilligen plötzlich selbst in die Mündung einer Pistole.

Passanten war zu Mittag vor einem Möbelhaus in der Bahngasse ein roter Wagen mit zumindest zwei bewusstlosen Menschen darin aufgefallen. Daraufhin wurden zwei Rettungsfahrzeuge und zwei Notarztwagen an die Einsatzadresse geschickt.

Als sich die ersteintreffenden Sanitäter um die Patienten kümmern wollten, liefen ihnen bereits Augenzeugen entgegen und warnten sie. Ein Mann hatte auf der Straße eine Waffe gezückt und sie auf die Sanitäter gerichtet. "So wie sich der Mann bewegte, musste man davon ausgehen, dass er ebenfalls unter Drogeneinfluss stand", berichtet ein Augenzeuge.

Vergiftung

Der Bewaffnete konnte schließlich von einem mutigen Sanitäter und einem Passanten überwältigt und am Boden fixiert werden, bis die Polizei eintraf. Erst danach konnte sich der Notarzt um die bewusstlosen Personen kümmern. Zwei Männer und eine Frau wurden mit Anzeichen einer schweren Drogenintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei versucht, die Umstände des Zwischenfalles zu klären.

Wegen der ausufernden Drogen-Kriminalität hat die Polizei erst am 1. Mai den Bahnhof und den Stadtpark in Wiener Neustadt zu Schutzzonen erklärt. Seither wurde gegen fast 80 Personen in den beiden Zonen ein Betretungsverbot verhängt.