© /Sascha Trimmel

Gasthaus Triad
04/27/2014

Wirt z’Haus, Golf und Landurlaub

Auf einem ehemaligen Bauernhof in der Buckligen Welt kann man nicht nur köstlich speisen, sondern auch mit Segways die Natur erkunden.

von Patrick Wammerl

Die Speisetische stehen im ehemaligen Schweinestall, der kreisrunde Futtersilo wurde zum stilvollen Herren-WC umfunktioniert und im ehemaligen Ausgedinge des Bauernhofes kann man sich in die Daunendecken kuscheln, wenn man zu viel Rotwein aus dem gut sortierten Keller erwischt hat.

Uwe und Veronika Machreich sind zwei Vollblut-Gastronomen. Sie haben sich vor neun Jahren in der Buckligen Welt im südlichen NÖ ihren Traum vom eigenen Wirtshaus erfüllt.

"Ich sollte als jüngste Tochter die Landwirtschaft meiner Eltern übernehmen, aber wir haben den Hof einfach umgebaut", erzählt Veronika. Die Namenswahl fiel auf "Triad", was vom griechischen Wort Triade stammt und Dreiheit bedeutet: Wirt z’Haus, Golf Range und Landurlaub. So weit so gut, aber wie kommt ein Spitzenkoch dazu, direkt hinter seinem Haubenlokal eine Driving Range in die malerische Hügellandschaft zu bauen?

Greenkeeper

Uwe gastierte als Koch in den besten Häusern Europas, durfte beispielsweise im Vienna Plaza vom großen Werner Matt lernen und später dem Burghotel Oberlech als Souschef seinen kulinarischen Stempel aufdrücken. "Dort habe ich 1995 Veronika kennengelernt. Später wollten wir uns Schottland ansehen. Dort hat uns das Golffieber gepackt", schildert der Gastronom, der für die Greenkeeper-Ausbildung den Kochlöffel sogar kurze Zeit an den Nagel hängte. Er kümmerte sich um den grünen Rasen in den Golfclubs Süßenbrunn und später im Föhrenwald. "Als wir das Triad eröffneten, sind alle gekommen, um zu sehen, wie der Greenkeeper eigentlich kochen kann", lacht Uwe.

Er kann es: Die Kochkünste des Teams bescherten dem "Wirt z’Haus", wie der Gastgeber es immer nennt, bereits zwei Hauben, vier Falstaff-Gabeln und drei A-la-Carte-Sterne.

Naturliebhaber

Gebettet ist das Triad inmitten saftig grüner Wiesen. Erkundet werden kann die Naturlandschaft mit geländegängigen Segways oder Elektro-Fahrrädern, die es zum Ausleihen gibt. Auch für Zigarren-Fans und Raucher haben sich die Wirtsleute etwas einfallen lassen: Die Raucher-Lounge im Freien wurde mit beheizten Zirbenholzbänken ausgestattet. So muss selbst im Winter niemand frieren.

Viele der Zutaten, die im Lokal auf die Teller kommen, stammen aus dem hauseigenen Kräuter- und Gemüsefeld. "Wir kochen das, was bei uns wächst. Aber ich scheue mich auch nicht davor, Trüffel und Hummer zu kochen", erklärt Uwe.

Das Triad ist bemüht, kreative Küchenerlebnisse auf hohem Niveau zu bieten. Die Speisekarte variiert je nach Saison. Angeboten werden drei- bis siebengängige Menüs. Eines der Highlights ist der "Chef’s Table" – ein Tisch mit Blick in die Küche, bei dem man der Zubereitung genau folgen kann und vom Küchenteam persönlich betreut wird. Neben den saisonalen Angeboten beinhaltet die Speisekarte das ganze Jahr über Klassiker wie Kalbswiener in Butterschmalz gebraten, Beuschel, Backhendl im Maiskorb oder Kutteln.

Die Bucklige Welt wird auch als das "Land der 1000 Hügel" bezeichnet. Eingebettet ist es im Dreiländereck Niederösterreich, Burgenland und Steiermark.

23 Gemeinden haben sich in der Region zusammengeschlossen, um die Bucklige Welt entsprechend ihrer Vorzüge zu vermarkten. Unter dem Titel "Sooo gut schmeckt die Bucklige Welt" haben 36 Direktvermarkter, 29 Gastwirte, drei Bierbrauer sowie zehn Fleischer und Bäcker eigene regionale Produkte geschaffen. Bekannt sind der Apfelschaumwein, das Bauernhofeis sowie Fruchtsäfte, Marmeladen, Edelbrände und Liköre. Einmal jährlich gipfeln die kulinarischen Aktivitäten in der "Schnidahahn-Roas", einem großen Fest das in der gesamten Region abgehalten wird.

Zu den touristischen Highlights zählen neben Wandern und Golf (Golfclub Zöbern) vor allem Mountainbiken und seit Neuestem auch die Elektromobilität. Bei 14 verschiedenen Partnerbetrieben in der Buckligen Welt können gegen Voranmeldung Elektrofahrräder und Segways stunden- oder tageweise gemietet werden. Auf einem 90 Kilometer langen Wegenetz mit vier markierten Routen gibt es zahlreiche Labestationen und Strom-Tankstellen.

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