ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger will Stadtchef bleiben

© FRANZ BALDAUF/ÖVP

Chronik Niederösterreich
01/24/2020

Wiener Neustadt: SPÖ glaubt selbst nicht mehr ganz an den Sieg

Spannendes Rennen um Spitzenposition in der einstigen roten Hochburg. Die ÖVP will Platz eins.

von Patrick Wammerl

Jahrzehntelang war Wiener Neustadt die rote Hochburg Niederösterreichs. Am Wahlsonntag 2005 fuhr die SPÖ mit sage und schreibe 61 Prozent noch eine Rekord-Absolute ein.

Fünfzehn Jahre später sind die Sozialdemokraten nicht nur den Bürgermeistersessel los. Man schließt nicht mehr aus, bei der sonntägigen Wahl, erstmals in der Geschichte der 2. Republik, auch die Rolle der stimmenstärksten Fraktion an die ÖVP zu verlieren. „Wenn wir zwischen 34 und 38 Prozent erreichen, ist es ein Erfolg für uns. (40,3 Prozent waren es 2010, Anm.). Die ÖVP hat den Bürgermeisterbonus und ist omnipräsent. Eine Opposition tut sich da in der Arbeit und ständigen Wahrnehmung schwerer“, muss die SPÖ-Vorsitzende Margarete Sitz offen eingestehen.

Die Stimmung in den letzten Tagen des Wahlkampfs sei trotzdem äußerst gut. „Aber natürlich bewegt man sich in einer Blase umgeben von Sympathisanten. Wie es wirklich aussieht, werden wir am Sonntag sehen“, so Sitz. Die SPÖ war die einzige Fraktion in den vergangenen fünf Jahren, die nicht an der als „bunt“ titulierten Stadtregierung mitwirkte.

Noch bunter

Durch verschiedenste Abkommen fasste ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger seine Beschlüsse zusammen mit FPÖ, zwei Listen und den Grünen. Und das hat gut funktioniert. Kein einziger Antrag wurde in den vergangenen fünf Jahren im Gemeinderat abgelehnt und Schneeberger ist ein Fan der „Buntheit“. „Ich schließe auch nach dem Wahlsonntag niemanden aus mitzuarbeiten. Wir können auch noch bunter werden“, lädt Schneeberger auch die SPÖ ein. Sein erklärtes Ziel nach den 33,94 Prozent im Jahr 2015: „Erstmals Erster zu werden und als stimmenstärkste Fraktion den klaren Auftrag zu erhalten, die Stadt positiv weiter zu entwickeln“, so der Stadtchef, der heuer seinen 70. Geburtstag in der Rolle des Bürgermeisters feiern möchte.

Das wird auch vom Abschneiden der Freiheitlichen abhängen. Die FPÖ hat ihren Wahlkampf in der Stadt voll und ganz auf Spitzenkandidat Michael Schnedlitz zugeschnitten. Für den designierten neuen FPÖ-Generalsekretär ist sogar der 2. Platz noch vor der SPÖ das erklärte Wahlziel. Dafür müsste die Fraktion die 11,67 Prozent von 2015 aber ungefähr verdreifachen. „Die letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass wir die wahre Arbeiterpartei sind“, so Schnedlitz. Seine Hoffnungen ruhen darin, dass sich der negative Bundestrend seiner Partei nach Ibiza, Spesenaffäre und Co. nicht allzu stark auswirkt. „Die Gemeinderatswahl ist immer noch eine Persönlichkeitswahl“, sagt der FPÖ-Mann.

Öko-Trend

Bei den Grünen hofft man auf einen positiven Effekt durch den Höhenflug der Öko-Partei in der Bundesregierung. Spitzenkandidatin Tanja Windbüchler will sich mit den 5,14 Prozent und zwei Mandaten von 2015 nicht zufrieden geben.

Patrick wammerl

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