Die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes Barbara Neubauer sprach bei der Präsentation 2010 vom bedeutendsten Mittelalter-Fundin Österreich

© Reuters/HERWIG PRAMMER

Wiener Neustadt
11/26/2013

Ein Schatz für die Öffentlichkeit

Sensationsfund aus dem Mittelalter in einer Sonderschau zu bewundern.

von Patrick Wammerl

Im Mai 2010 hat die Geschichte als „Schatz von Wiener Neustadt“ für Furore gesorgt. Ein Häuslbauer war drei Jahre zuvor bei Grabungsarbeiten für ein Biotop in seinem Garten auf „schlammverkrustetes Zeug“ gestoßen. Dieses Zeug entpuppte sich als der bedeutendste mittelalterliche Schatzfund der vergangenen Jahrzehnte. Dem Wiener Neustädter Stadtmuseum ist es gelungen, mit einem Teil der Exponate eine Sonderschau auf die Beine zu stellen. Am kommenden Freitag wird die Ausstellung eröffnet.

Die Geschichte von dem Aufsehen erregenden Fund könnte aus einem Hollywood-Drehbuch stammen. Beim Graben im Garten findet ein Wiener Neustädter seltsame, metallisch glänzende Gegenstände.

Gewitter

Aufgrund eines aufziehenden Gewitters wirft er den Fund schnell in einen Kübel im Keller. Als er drei Jahre später sein Haus verkaufen will, stolpert er über den Kübel und beginnt im Internet zu recherchieren. Über Umwege kommt der Mann zu einem Amtsarchäologen des Bundesdenkmalamtes, der es kaum glauben kann, als ihm Tage später tatsächlich der Schatz in einem Plastik-Sackerl auf den Tisch gestellt wird. Im Mai 2010 wurde der mittelalterliche Fund in der Wiener Hofburg erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Die insgesamt mehr als 150 Stücke aus Gold und Silber sind zwischen 1250 und1350 zu datieren. Die teils aufwendig gestalteten Fingerringe, Gewandspangen, Gürtelbestandteile, Gefäß- und Löffelteile sind großteils gut erhalten. Die kunsthistorische Bedeutung des Fundes könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, sagte der Archäologe Nikolaus Hofer kurz nach dem Fund: „In dieser Qualität gibt es überhaupt nur sehr wenige Schatzfunde aus Mitteleuropa.“

Der Finder und rechtmäßige Eigentümer selbst, hat kein finanzielles Interesse, sondern will den Schatz ausgestellt wissen. Das passiert von 29. November bis 2. Februar in einer Sonderschau im Stadtmuseum. Danach soll der „Schatz von Wiener Neustadt“ im Urgeschichte-Museum in Asparn/Zaya ausgestellt werden.

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