Chronik | Niederösterreich
12.01.2012

Wieder Unfall vor dem Gericht

Zwei Fußgängerinnen wurden angefahren und schwer verletzt. Eine Ampel soll die gefährliche Kreuzung nun entschärfen.

Einen mächtigen Knaller hat’s gemacht, als wären zwei Autos zusammengefahren“, erzählt ein Ohrenzeuge. Doch es waren nicht zwei Pkw, die gestern Vormittag im Stadtzentrum von Korneuburg kollidierten. Eine Lenkerin übersah zwei Fußgänger beim Zebrastreifen in unmittelbarer Nähe zum Landesgericht. Die beiden Frauen wurden gegen die Windschutzscheibe des Wagens geschleudert und schwer verletzt.

Die 43-jährige Autolenkerin aus Korneuburg dürfte von der Sonne geblendet worden sein. Die Frau war in Richtung Wien unterwegs. Sie konnte die beiden Fußgängerinnen nicht rechtzeitig erkennen. Die Frauen, beide aus dem Bezirk Korneuburg, wurden zur Seite geschleudert. Eine erlitt einen doppelten Kieferbruch, die andere zog sich ebenfalls mehrere Knochenbrüche zu, sie wurde mit dem Notarzthubschrauber nach Wien geflogen und musste auf der Intensivstation behandelt werden.

Es ist nicht das erste Mal, das es an der Stelle zu einem schweren Unfall gekommen ist. Im Vorjahr etwa übersah ein Autolenker einen Pensionisten, der die Straße querte. Der Mann wurde so schwer verletzt, dass er wenig später starb. Der Lenker wurde vor Gericht zu 160 Tagessätzen zu je fünf Euro verurteilt. Gerade gestern fand in diesem Fall die Berufungsverhandlung statt, der Staatsanwaltschaft war die Strafe nicht hoch genug. Die Strafe über 800 Euro wurde allerdings bestätigt.

Dass diese Kreuzung besonders gefährlich ist, haben auch die Verkehrsplaner eingesehen. Eine Ampel soll errichtet werden – die neunte auf der Durchzugsstraße B 3. Bei den Bauarbeiten am Hauptplatz im vergangenen Sommer sind bereits sämtliche Vorbereitungen getroffen worden. „Die Ausschreibung läuft“, sagt Korneuburgs Bauamtsleiter Wolfgang Schenk. Gleichzeitig werden auch sämtliche bestehenden Ampeln auf der Landesstraße erneuert. Kosten: Rund eine Million Euro. Einen Großteil trägt voraussichtlich das Land, die Gemeinde leistet einen Beitrag von etwa zehn Prozent. Bis Herbst sollen die Arbeiten fertig sein.