Waldbrandgefahr in Niederösterreich erreicht höchste Stufe
Das Europäische Waldbrand-Informationssystem (EFFIS) prognostiziert für den 27. Juni 2026 ein sehr hohes bis extremes Waldbrandrisiko für die Regionen im Osten Niederösterreichs, insbesondere für das Wiener Umland, das Marchfeld und das Wiener Becken.
Für die Tage vom 28. Juni bis zum 30. Juni wird vom Wiener Becken bis zum nördlichen Rand des Weinviertels mit einem extremen bis sehr extremen Risiko gerechnet. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Aufgrund der anhaltenden Hitzeperiode stehen die Wälder derzeit unter starkem Hitzestress. Durch die Austrocknung der Streuauflage erhöht sich die Entzündbarkeit des Waldes zusätzlich. Es ist daher äußerste Vorsicht geboten.“
Waldbrandverordnungen: Feuer, grillen und rauchen verboten
Aktuell gelten in allen Bezirken Niederösterreichs nach wie vor Waldbrandverordnungen, Entzünden von Feuerstellen wie Lagerfeuer oder Grillen, sowie das Rauchen sind ausdrücklich verboten. Ebenso das Wegwerfen von brennenden Gegenständen, wie Zigaretten oder Glasflaschen, die durch ihre Brennglaswirkung Brände verursachen können.
Diese Vorschriften gelten sowohl im Wald als auch auf allen waldnahen Flächen wie Wiesen und Felder. Selbst scheinbar sichere Abstände (z. B. breite, trockene Wiesen) können aktuell nicht ausreichen, da sie selbst als Brandquelle wirken können.
Bereits zahlreiche Waldbrände
In den vergangenen Wochen mussten die Feuerwehren schon zu zahlreichen Waldbränden ausrücken. „Im Sonderdienst Waldbrand stehen rund 600 Kameradinnen und Kameraden zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich haben wir über 30 Spezialfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung angeschafft, ergänzt durch weitere Waldbrandcontainer in den Bezirken“, betont Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.
Zudem gibt es in rund 300 Gemeinden eigene Waldfachpläne, die von den Gemeinden, dem Land und den Feuerwehren ausgearbeitet wurden, um im Einsatzfall gut vorbereitet zu sein. Auf diesen Plänen sind etwa Zufahrtsstraßen und Wasserentnahmestellen aufgelistet.
Pernkopf und Fahrafellner appellieren eindringlich, jedes noch so kleine Risiko derzeit zu vermeiden, schon der kleinste Funke könne zur großen Gefahr werden und verheerende Folgen haben. „Wir haben unsere Feuerwehren im Kampf gegen Waldbrände aufgerüstet, aber der beste Schutz vor Bränden ist, wenn sie gar nicht erst entstehen!“
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