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Chronik Niederösterreich
10/27/2021

Waldbrand im Rax-Gebiet wurde zum Katastropheneinsatz erklärt

Der Wind bereitet den rund 300 Einsatzkräften Sorgen. Die Brandlöschung wird wohl tagelang dauern.

von Stefan Jedlicka

Beim riesigen Waldbrand in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) bereitet den Einsatzkräften nun starker Wind große Sorge, der für morgen, Donnerstag, prognostiziert ist. Ein Überspringen der Flammen auf die Rax gelte es unbedingt zu verhindern, sagte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen vor Ort. Daher würden nun Großtanklöschfahrzeuge mit Wasserwerfern in Stellung gebracht. Der Wald soll feucht gehalten werden.

Die Einsatzleitung habe sich wegen der vorhergesagten stärkeren Windböen dazu entschlossen, „eine neue Verteidigungsfront aufzubauen“. Fünf Großtanklöschfahrzeuge werden am Nachmittag in Hirschwang erwartet. „Deren Auftrag ist es, mit leistungsfähigen Wasserwerfern die Rax vor Funkenflug zu schützen.“

Zu diesem Zweck muss laut Feuerwehr die B 27 im Einsatzbereich für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Zusätzlich wurden drei weitere Katastrophenhilfszüge mit 200 Feuerwehrmitgliedern aus den Bezirken Lilienfeld, Baden und St. Pölten abkommandiert. Mit Hubschraubern des Bundesheeres und der Polizei wurden die Flammen nach wie vor und unentwegt aus der Luft bekämpft. Der Waldbrand ist rückwirkend mit Dienstagfrüh (9 Uhr) zum Katastropheneinsatz erklärt worden.

Auch Hubschrauber des Bundesheeres und der Polizei werden bei den Löscharbeiten neuerlich zum Einsatz kommen. Andreas Januskovecz, Forstdirektor der Stadt Wien, wies auf die besondere Gefahr im Höllental hin: "Dort facht der Wind die Flammen besonders stark an. Durch die steilen Felswände an beiden Seiten ist der Einsatz noch schwieriger."

Auf Waldbrände vorbereitet

"Derzeit müssen wir den Brand eindämmen, unter Kontrolle ist er noch lange nicht", so Fahrafellner, der auf die Gefährdung der Einsatzkräfte aufmerksam machte: "Durch die Erwärmung des Kalkgesteins kommt es immer wieder zu Abplatzungen und Felsstürzen." Man sichere daher auch die medizinische Versorgung.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf bezeichnete die Lage als "sehr kritisch", betonte aber: "Zugute kommt uns jetzt die große Erfahrung der Feuerwehren, die sich seit Jahren auf Waldbrand-Einsätze intensiv vorbereitet haben." Heuer hätten bereits zwei große Waldbrand-Übungen stattgefunden, um das Zusammenspiel von Boden- und Lufteinheiten zu erproben. Auch spezielle Ausrüstung wurde angekauft.

Menschen nicht in Gefahr

"Es geht jetzt darum, dass genügend Fluggeräte vorhanden sind, um die Flammen zu bekämpfen, und um den Schutz der Menschen in den Gemeinden", so Pernkopf. Eine Gefährdung der umliegenden Ortschaften bestehe derzeit jedoch nicht, sagte Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber, der auch den Großeinsatz österreichischer Feuerwehrkräfte vor wenigen Monaten in Nordmazedonien geleitet hatte. "Wir haben eine Ausbreitung des Feuers durch das Schlagen von Schneisen verhindert, werden aber sicher noch tagelang hier im Einsatz sein", betonte Huber.

 

Das Feuer, das sich zum laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger „größten Waldbrand, den es je in Österreich gab“, entwickelt hat, war am Montag ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar. Positiv sei, dass es in der Nacht keinen Wind gegeben habe.

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