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Waldbrandgefahr: Jetzt warnen Feuerwehr und Zivilschutz gemeinsam

616 Wald- und Flurbrände gab es bereits in diesem Jahr - und Hitze und Trockenheit halten an. Eine Kampagne soll weitere Brände verhindern.
Warnung vor Waldbrand-Gefahr

Es sind „nur“ Transparente, aber die können vielleicht doch den einen oder anderen Brand verhindern: „Erhöhte Waldbrandgefahr“ steht darauf und auch, was in dieser Situation alles zu unterlassen ist. Sowie die Notrufnummer der Feuerwehr.

Vier Stück dieser Transparente hat der NÖ Zivilschutzverband für jede Gemeinde in NÖ produzieren lassen. Die Kommunen werden gebeten, diese Transparente dann an neuralgischen Stellen anzubringen, um die Menschen auf die Waldbrandgefahr aufmerksam zu machen.

Kainz, Pernkopf und Fahrafellner

NÖZSV-Präsident Christoph Kainz, LH-Stv. Stephan Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner

Derzeit, sagt NÖZSV-Präsident Christoph Kainz, werden alle Kommunen im Land aktiv vom Zivilschutzverband informiert. Der Versand der Transparente wird dann über die Bezirkshauptmannschaften abgewickelt. Zusätzlich gibt es einschlägige Warn-Plakate im A1-Format, die in beliebiger Anzahl von den Gemeinden beim NÖZSV bestellt werden können.

Lagerfeuer im Waldbrandgebiet

Das Ziel der Aktion ist Prävention und auch das Aufmerksam-Machen auf die tatsächlich brenzlige Situation derzeit. Auf trockenen Wiesen reiche aktuell schon eine schlampig ausgedämpfte Zigarette, um einen Flurbrand auszulösen, sagt LH-Stv. Stephan Pernkopf.

„Und es gibt noch immer Leute, die sogar jetzt Lagerfeuer anzünden“, schüttelt Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner den Kopf. Erst kürzlich sei in Hirschwang an der Rax ein bereits abgelöschtes Lagerfeuer entdeckt worden - just dort, wo im September 2021 der bislang größte Waldbrand Österreichs über 115 Hektar Wald vernichtet hatte.

Pernkopf macht noch einmal darauf aufmerksam, dass die Waldbrandverordnung in allen Bezirken aufrecht ist. Bedeutet: kein offenes Feuer, keine Glasscherben, keine brennenden Zigaretten in Waldgebieten. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldstrafen von bis zu 7.270 Euro oder vier Wochen Freiheitsstrafe. 

13.000 Waldbrand-Einsatzstunden 2026

Derzeit ist ganz NÖ staubtrocken, besonders drastisch ist die Lage aber im Weinviertel und Marchfeld und im Industrieviertel. Der Ernst der Lage zeigt sich auch daran, dass Waldbrandverordnungen noch vor wenigen Jahren ab dem Juli ausgerufen wurden.

Heuer wurde die erste Verordnung im Februar ausgerufen. Eine andere Zahl: 2024 hatten die NÖ Feuerwehren 4.000 Einsatzstunden bei Wald- und Flurbränden. Heuer sind es bereits 13.000 - und es ist Mitte Juli.

Was Waldbrand-Einsätze betrifft, sind die NÖ Feuerwehren gut ausgerüstet - auch personell. „Wir haben insgesamt 600 Personen im Waldbrand-Sonderdienst. Waldbrandzeit ist auch Urlaubszeit, aber zwischen 150 und 200 Personen des Sonderdienstes stehen permanent zur Verfügung“, sagt Dietmar Fahrafellner.

Bei 28 Feuerwehren sind insgesamt 56 Rollcontainer stationiert, in denen sich 8.000-Liter-Falttanks für Wasser befinden. Zusätzlich gibt es vier 15.000-Liter-Tanks, die im Fall eines Waldbrandes aufgestellt werden und aus denen sowohl die Bodenmannschaften als auch die Löschhubschrauber Wasser entnehmen können. Weitere vier dieser Tanks sind bereits bestellt.

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