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Nach Faustschlag: Pensionist verzweifelt an Justiz

Ein kurzer Moment auf einem Zebrastreifen im Kaufpark Vösendorf, ein Schlag ins Gesicht und viele offene Fragen: Pensionist Herbert K. erzählte dem Kurier, wie er seither um Aufklärung kämpft.
Eine Person sitzt im Freien an einem Tisch unter einem großen Sonnenschirm; das Gesicht ist unkenntlich gemacht.

Der 12. Juni 2026 wird Herbert K. (Name geändert) aus Wien noch lange in schmerzhafter Erinnerung bleiben. 

Der Pensionist war im Kaufpark Vösendorf (Bezirk Mödling) unterwegs, als er auf dem großen Parkplatz einen Zebrastreifen überqueren wollte. Da passierte es: Ein Autofahrer dürfte ihn übersehen haben, beinahe kam es zu einem Zusammenstoß. „Ich habe reflexartig eine Abwehrbewegung gemacht und dabei den Wagen berührt“, erinnert sich der Pensionist.

Plötzlich sei der Fahrer ausgestiegen. „Ich dachte mir, dass sich der Mann entschuldigen wird“, erzählt der 70-Jährige im Gespräch mit dem KURIER. Doch es kam anders: Nur Sekunden später bekam er einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. „Es war ein gezielter Schlag“, ist sich K. sicher. Danach flüchtete der Angreifer. Dem 70-Jährigen gelang es jedoch noch, das Kennzeichen des Autos zu fotografieren.

Schädelprellung festgestellt

K. ging zur Polizeiinspektion Vösendorf. „Die Beamten waren sehr nett“, sagt er. Dort erstattete er Anzeige, anschließend ließ er sich wegen der Schmerzen im Kopfbereich mit der Rettung ins Landesklinikum Baden bringen. Nach rund fünfeinhalb Stunden Wartezeit stand die Diagnose fest: Der 70-Jährige hatte bei der Attacke eine Schädelprellung erlitten.

Danach hieß es für K. warten. Schließlich wurde er in Wien noch einmal von Polizisten einvernommen. Dabei habe sich die Stimmung verändert. „Ich wurde nicht wie das Opfer, sondern wie ein Täter behandelt“, berichtet er.

Vor wenigen Tagen erhielt der Wiener Post von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Der Inhalt: Das Verfahren wurde eingestellt. Der mutmaßliche Täter habe angegeben, dem Pensionisten lediglich einen Rempler versetzt zu haben. Dieser sei dadurch gestürzt und habe sich dabei die Verletzungen zugezogen.

Der 70-Jährige kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. „Hier beginnt man am Rechtsstaat zu zweifeln“, sagt er. Auch FPÖ-Sicherheitslandesrat Martin Antauer hat von dem Fall erfahren. „Dass ein österreichischer Pensionist als Opfer derart im Stich gelassen wird, ist nicht tragbar. Der Schutz und die Sicherheit unserer Landsleute müssen an erster Stelle stehen. Leider haben die SPÖ-Justizministerin und der ÖVP-Innenminister gar nichts mehr im Griff“, sagt er.

Beweise fehlen

Und was sagt die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt dazu? Man habe keine „belastbaren Beweise“ für die Darstellung des 70-Jährigen gefunden. Zudem habe ein Zeuge den Angaben des Autofahrers eher Glauben geschenkt.

K. überlegt noch, ob er Einspruch erheben wird. „Das kostet aber alles Geld, zudem müsste man neue Beweise auf den Tisch legen“, sagt er. Denn es gäbe auch keine Videoaufnahmen von dem Vorfall, so der 70-Jährige. Klar ist: die Wut in ihm wird noch länger bleiben.

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