Thomas Hochstödt

© Karl Piaty

Ybbsitz
06/04/2021

Vielseitiger Tannhäuser-Schmied lässt alte Bahnnägel aufblühen

„Dozent“ aus Ybbsitz hämmerte einst in Kalifornien und lehrt nun in der Schmiedemeile

von Wolfgang Atzenhofer

Nach der Sagenfigur „Tannhäuser“ hat der Schmied Thomas Hochstödt seine vor mehr als einem Jahrzehnt in Ybbsitz neu gebaute Schmiede benannt. Dass der kunstfertige Meister bei der aktuellen Metallausstellung im oberösterreichischen Bad Hall seine Werke zeigt, ist aber nicht dem Namen, sondern seinen Fähigkeiten geschuldet.

60 Exponate von 40 Schmieden sind in Bad Hall zu sehen. Mit einer Skulptur aus dieser Schau sowie anderen Kunstwerken ist Hochstödt beim morgen, Samstag, in der Altstadt von Waidhofen/Ybbs stattfindenden „Kunst- und Krempl-Markt“ zu Gast. Dabei wird der 50-jährige Kunstschmied über seine vielseitige Arbeit, aber auch einiges über seinen interessanten Berufsweg zu berichten wissen.

Nach der Schmiedelehre im deutschen Dresden war der neugierige Handwerker drei Jahre auf Wanderschaft und lernte damals die europaweit bekannte Schmiedemeile in Ybbsitz und den dort werkenden legendären „Schmiedepapst“ Alfred Habermann kennen. „Mit seinen Fähigkeiten zu gestalten war er für mich ein großes Vorbild“, erinnert sich Hochstödt.

Kalifornien

Ihn selbst verschlug es dann ins sonnige Kalifornien, wo er eineinhalb Jahre den Schmiedehammer schwang. Nicht die alten Hammerwerke, sondern die Liebe holte den vielseitigen „schwarzen Gesellen“ zurück in die Eisenwurzen nach Ybbsitz. Während sich privat die Partnerschaft löste, hat Hochstödt Esse und Amboss an der Schmiedemeile die Treue gehalten. „Ich bin der letzte hauptberuflich arbeitende Schmied in Ybbsitz, weil die anderen nebenberuflich oder in der Pension aktiv sind“, erzählt er.

Vielseitigkeit und Kreativität wechseln bei Höchstödt mit solider Alltagsarbeit, wie dem Schmieden von Stiegengeländern oder der Reparatur der Glockenaufhängung in der Waidhofener Pfarrkirche. Auch Kreuze, kunstvolle Beschläge oder auch gediegener Schmuck gehören zu seinem Repertoire. Neuerdings schweißt er Schwellennägel der alten Ybbstalbahn zu prächtigen Blumen zusammen.

Als Dozent der Schmiedeakademie oder Lehrer von Praktikanten aus halb Europa gibt der Meister sein Wissen weiter.

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