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Chronik Niederösterreich
04/28/2021

Tratsch am „Onlinebankerl“ gegen die Einsamkeit

PfarrCaritas lädt Senioren ab 5. Mai zum virtuellen Austausch bis tatsächlich wieder am "Tratschbankerl" Platz genommen werden kann.

von Marlene Penz

Der Ausflug mit dem Pensionistenverein, der Seniorentanz, das Pfarrkaffee – alles abgesagt. Viele Seniorinnen und Senioren trifft das hart: Nicht nur, dass die Aktivitäten an sich wegfallen, die coronabedingte Einschränkung macht einsam, der soziale Austausch fällt den Älteren schwerer als anderen Altersgruppen.

Das Arbeitsleben und die damit einhergehende Kommunikation – auch im Homeoffice – fällt weg, oft leben sie alleine. Niemand ist da, der mit ihnen über Gedanken oder Sorgen, ja nicht einmal über das Wetter, spricht. „Die Möglichkeiten zum Tratschen sind komplett weggefallen, dabei wächst die Sehnsucht danach, viele ältere Menschen fühlen sich einsam“, sagt Christian Köstler, Leiter der PfarrCaritas der Diözese St. Pölten. Deshalb lädt sie jetzt aufs „Tratschbankerl“ – eine Möglichkeit, um ins Gespräch zu kommen.

Zunächst allerdings virtuell. Ab 5. Mai immer mittwochs für eineinhalb Stunden wird zum gemeinsamen Reden via Zoom eingeladen. Köstler betont, dass sehr viele mittlerweile – auch durch die Corona-Zeit – so internetfit seien, um online den Weg zum „Bankerl“ anzutreten.

Auf derselben Bank

„Das Zoom-Meeting wird von uns moderiert. Wir sprechen über Alltagsthemen und fragen zum Beispiel, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen, wenn sie aus dem Fenster schauen oder worauf sie sich freuen“, erklärt Köstler. Nach einer allgemeinen Einführung werden Gruppen mit je drei oder vier Personen gemacht, damit „jeder Platz zum Reden hat, aber es sollten auch mindestens drei sein, falls jemand lieber nur zuhören möchte“, so die Idee.

Später, wenn die Corona-Situation es zulässt, soll es richtige „Tratschbankerl“ in der Öffentlichkeit geben. In Kooperation mit den Gemeinden sollen Parkbänke gekennzeichnet werden – wer sich dorthin setzt, signalisiert, dass er plaudern möchte. „Jetzt ist es tendenziell so, dass man sich ein freies Bankerl sucht und sich nicht zu jemanden setzt“, sagt Köstler. Nach einem Jahr Pandemie könnte es noch ungewöhnlicher sein, sich dazuzusetzen und ins Gespräch zu kommen. „Da wollen wir mit den Tratschbankerln Starthilfe geben.“

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