Zwei Tigerbabys wurden in einer Tierklinik gebracht

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Niederösterreich
10/14/2019

Tote Tigerbabys: Frau muss 600 Euro Strafe bezahlen

Eine 34-Jährige soll gegen das Artenhandelsgesetz verstoßen haben. Die Todesursache der Tiger wurde nun bekannt.

von Birgit Seiser, Michaela Reibenwein

Yagmur Y. wollte nur das Beste. „Ich habe alles getan, damit die Tiere leben. Es war ein Notfall“, beteuert sie Montagmittag im Landesgericht Korneuburg. Dennoch: Dass sie zwei  kranke Tigerbabys  aus der Slowakei ohne Papiere nach Österreich gebracht hat, verstößt gegen das Artenhandelsgesetz

Im vergangenen August wurden die zwei Tigerbabys in einer Wohnung in Hainburg entdeckt – sie lagen in der Badewanne. Es war die Wohnung von Krankenschwester Yagmur Y. Die Frau arbeitet ehrenamtlich bei der „Oase der Tiger“ in der Slowakei.  

Alarmglocken

Dort waren wenige Tage zuvor drei sibirische Tigerbabys geboren worden. Diese Tiere gelten als besonders geschützt. Allerdings: Die Tigermutter verstieß ihre Jungen nach drei Tagen.  „Sie hat die Jungen herumgeworfen, begonnen sie einzugraben“, schildert Anwalt Wolfgang Blaschitz.  Da hätten bei seiner Mandantin alle Alarmglocken geschrillt.

Die Tiger wurden erst von Hand aufgezogen. Doch zwei von ihnen ging es immer schlechter. Also packte sie Yagmur Y.  in ihr Auto und fuhr mit ihnen zu einem Tierarzt in Hainburg. „Sie hätte die Tiger auch wieder zurückgebracht. Aber vorher hat jemand eine Anzeige gemacht“, sagt Blaschitz. Am 8. August stand die Polizei vor der Tür und nahm die Tiere ab.

Sie wurden in den Tiergarten Schönbrunn gebracht. Doch auch dort konnte man sie nicht mehr retten. Wie man heute weiß, litten sie unter anderem an einer Sepsis und Hepatitis. Auch das dritte Tigerbaby, das in der Slowakei geblieben war, ist mittlerweile gestorben.

„Wir arbeiten seit 30 Jahren auf diesem Gebiet“, sagt Tigerbesitzerin Yveta Irsova.  „Wir wollen die sibirischen Tiger retten.“ Ursprünglich wollte sie die toten Tiere zurück. Jetzt nicht mehr. „Ich brauche nur eine Todesbestätigung  für unsere Behörden.“

Die Tigerbabys konnten nicht gerettet werden

Der Richter lässt die Kirche im Dorf. „Würden Sie es wieder tun?“, fragt er die Angeklagte Yagmur Y. „Nein“, sagt die. „Jetzt weiß ich, dass das verboten ist.“ Nach rund zehn Minuten Verhandlung bietet er Yagmur Y. eine Diversion an. „Sie zahlen 600 Euro innerhalb von 14 Tagen.  Sind Sie einverstanden?“

Ist sie. Auch der Staatsanwalt kann mit dieser Lösung leben.

Die toten Tigerbabys werden eingezogen und sollen zu „wissenschaftlichen Zwecken“ in Österreich bleiben.  

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