Elisabeth Fraczek hatte 500 Unterschriften für den Nachtzug gesammelt, jetzt jubelt sie

© KURIER/Gilbert Weisbier

Krems
08/28/2015

Theaterfreunde jubeln: Endlich Nachtzüge nach Krems

Jahrzehnte lang wurden die Spätverbindungen von Wien und St. Pölten gefordert.

von Gilbert Weisbier

Mangelnde Auslastung war in den vergangenen Jahrzehnten das Argument, warum es bisher keinen Spätzug von Wien nach Krems gab. Ein Ärgernis etwa für Besucher von Theatervorstellungen in der Bundeshauptstadt, die mit dem Zug heimkehren wollten. Aber jetzt ist plötzlich alles anders: Ab Dezember kann man in Wien um 23.05 Uhr Richtung Krems einsteigen. Eine weitere Verbesserung: Von St. Pölten kommt man noch um 22.05 Uhr nach Krems (zumindest Donnerstag bis Samstag).

Die Kremserin Elisabeth Fraczek hatte 2008 für eine Nachtverbindung von Wien nach Krems mehr als 500 Unterschriften gesammelt. "Ein Wahnsinn, dass sie doch noch kommt. Ich habe gefürchtet, ich erlebe das nicht mehr", jubelt die Pensionistin. "Die Planungen ändern sich ständig. Hintergrund sind besonders intensive Gespräche mit dem Besteller, dem Land Niederösterreich", erklärt Christopher Seif von den ÖBB.

"Bisher fuhr der letzte Zug um 21.51 Uhr von Wien weg. Der neue Nachtzug bringt vor allem für Kulturinteressierte große Erleichterung. Sie können auf das Auto verzichten. Diese Anliegen wurde häufig an uns heran getragen", sagt der Kremser Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel. "Endlich führen unsere jahrelangen Bemühungen zum Erfolg", ergänzt Stadtchef Reinhard Resch.

In der Staatsoper in Wien, wo Vorstellungen meist gegen 22 oder 22.30 enden, begrüßt man die Verbesserung. Auch im Festspielhaus St. Pölten wird die Neuigkeit mit Freude aufgenommen. Die neue Abfahrtszeit passt auch für Besucher seiner Vorstellungen.

„Mit dem neuen Taktfahrplan erreichen wir eine wesentlich attraktivere Bahnverbindung für die Pendlerinnen und Pendler in alle Richtungen. Fixe Abfahrts- und Anschlusszeiten gewährleisten leicht merkbare Verbindungen. Besonders freue ich mich, dass wir gemeinsam mit den ÖBB neue Spätverbindungen sowie einen Halbstundentakt in den Hauptverkehrszeiten auf den Kremser Strecken bis Wien und St. Pölten umsetzen konnten. Mit 24,5 Millionen Zug-Kilometern ist Niederösterreich schon heute das Bundesland mit dem meisten Personennahverkehr. Mit dem neuen Taktfahrplan attraktivieren wir das Bahnfahren für die Region weiter“, betont Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

Demo für Haltestelle

Nicht ganz so glücklich über die Änderungen auf der Strecke Krems-St. Pölten sind Bewohner von Meidling im Tal. Ihre Haltestelle wird mangels Frequenz nicht mehr angefahren. "Es gibt auch keine brauchbare Busverbindung nach Krems", klagt Helmut Löser, der mit Gleichgesinnten am Mittwoch vor dem Rathaus Stein demonstriert hat, wo die Änderungen bekannt gegeben wurden.

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