Steigeisen statt Rennski: Was Marc Digruber am Glockner feierte

Spezialisten der NÖ Alpinpolizei meisterten Winter-Ausbildung. Ein prominenter Name kann sich Polizei-Hochalpinist nennen.
Gipfelsieg: Marc Digruber am Großglockner. Der Ex-Weltcupläufer ist nun Polizei-Hochalpinist.

Mangelndes Können, fehlende Tourenplanung und schlechte Ausrüstung: 266 Todesopfer und 10.851 Einsätze in den Bergen bedeuteten für die Alpinpolizei in Österreich im vergangenen Jahr einen noch nie da gewesenen Negativ-Rekord.

Weil damit auch die kriminal- und sicherheitspolizeilichen Aufgaben im alpinen Gelände immer mehr werden, braucht es speziell geschulte Alpinpolizisten, die von der Lawinenkunde, über Kletter-, Seil- und Bergetechnik bis hin zu Orientierung und Verschüttetensuche ein breites Spektrum an Fertigkeiten abdecken müssen.

Die Alpinpolizisten am Gipfel der Kreuzspitze

Die Alpinpolizisten am Gipfel der Kreuzspitze

Zu diesem Zweck fand diese Woche in Kals am Großglockner mit Station am Lucknerhaus die Alpinausbildung im Skitourengelände der Landespolizeidirektion NÖ statt. Neben den Alpinpolizisten aus dem Bundesland nahmen auch Beamte aus Wien und der Sondereinheit WEGA teil.

Spaltenstürze

Gleich zu Kursbeginn wurden im Stationsbetrieb die Kameradenrettung nach Lawinenunfällen, Rettungstechniken nach Spaltenstürzen oder der Bau von Verankerungen im Schnee trainiert. Ab dem zweiten Tag wurde es anspruchsvoll.

Es galt, im hochalpine Gelände zu navigieren und Gipfel wie die Gridenkarköpfe (3.031 m), Böses Weibele (3.119 m) und den Großglockner (3.789 m) zu bezwingen.

Übung der Verletztenbergung

Übung der Verletztenbergung

Lawinenübung und Gletscherseilschaft

„Im Zuge der Touren wurden täglich Schneedeckenuntersuchungen sowie Schneedeckenstabilitätstests durchgeführt. Dies war notwendig, um die Situation richtig einschätzen zu können“, erklären Kursleiter Michael Hochgerner, Chef der Alpinpolizei NÖ und Landesausbildungsleiter Bernd Wagner.

Bestandteil des Kurses war auch eine Lawinenübung mit allen Anforderungen sowie Aufstieg und Abfahrt in Gletscherseilschaft.

Die Teilnehmer aus NÖ. Marc Digruber mit dem Diplom und Abzeichen.

Die Teilnehmer aus NÖ. Marc Digruber mit dem Diplom und Abzeichen.

Vom Weltcup zur Polizei

Mit Ausnahme eines prominenten Namens – nämlich Ex-Skiweltcupläufer Marc Digruber – waren alle Teilnehmer bereits fertig ausgebildete Polizei-Hochalpinisten. Sie müssen aber laut Richtlinie alle 3 bis 5 Jahre an einer Alpinausbildung teilnehmen, um ihre Fähigkeiten zu erhalten.

Digruber hatte den Auftrag den gesamten Kurs sicher auf die Kreuzspitze (2.624 m) zu führen. Trotz miserabler Sichtverhältnisse brachte er mit GPS-Unterstützung alle Kameraden auf den Gipfel, wo ihm das Abzeichen zum Polizei-Hochalpinisten verliehen wurde. Er schloss mit ausgezeichnetem Erfolg ab.

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