FUFU-Listenchef Martin Dowalil

© KURIER/Wolfgang Atzenhofer

Waidhofen an der Ybbs
02/18/2017

Stadtrat in Uniform betreibt weiter Oppositionspolitik

Waidhofen/Ybbs. FUFU-Dowalil: "Bin kein Pirat".

von Wolfgang Atzenhofer

"Danke, dass ihr hinter der satirischen Fassade stets unsere Ernsthaftigkeit erkannt habt. Stadtrat Oida!" So bedankte sich Erwin Dowalil, der Spitzenkandidat der "Farblosen Unabhängigen Formierten Uniformierten", kurz FUFU, bei den über 700 Wählern seiner Liste. Bei der Gemeinderatswahl in der Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs am 29. Jänner verdoppelten die FUFU ihren Mandatsstand und wurden mit vier Sitzen unter sechs Listen drittstärkste Kraft. Der "Kasperl in Uniform", wie er sich selbst bezeichnet, betreibt ein Planungsbüro und soll am Montag zum neuen Baustadtrat angelobt werden.

KURIER: Sind Ihre Wähler Leute, die das etablierte System völlig negieren und Ihre Auftritte als Protest begrüßen?Martin Dowalil: Nach dem Wahlerfolg im Jahr 2012 war das neuerliche Antreten auch ein Risiko. Ich wusste nicht ob die Leute in den vergangenen fünf Jahren nur den Kasperl in Uniform gesehen oder auch die seriöse Oppositionsarbeit wahrgenommen haben. Es hat sich gezeigt, dass es den Markt an kritischen und an Politik interessierten Menschen gibt.

Dabei sind Piratenparteien bei anderen Wahlen, etwa in Graz, wenig erfolgreich gewesen.

Ich fühle mich nicht als Repräsentant der Piraten. Das Image ist vielleicht durch die St.Pauli-Schleife auf der Uniform entstanden. Einmal waren Piraten-Politiker bei mir in Waidhofen. Aber ich habe schon lange keine Kontakte mehr. Ich selbst bezeichne mich nicht als Pirat. Die Uniformen sind reine Marketingmasche.

Die Strategie ’kein Wahlkampf ist der beste Wahlkampf’ hat offenbar gut gezogen?

Als Kleinstliste war uns klar, dass wir im üblichen Getriebe der großen Parteien keine Chance haben. Das Geld haben wir nicht. Sachlich ist es unglaubwürdig, Projekte im Wahlkampf zu versprechen oder zu fordern, von denen klar ist, dass daraus nichts wird, weil der Zugang zu den Mitteln fehlt. Das trifft bis auf die WVP auch auf alle anderen Parteien zu. Also haben wir unseren Wahlkampf am Abend vor der Wahl beim Schlosswirt eröffnet und dort die Werbemittel der anderen verteilt. Es war familiär, aber cool. Ich war dann noch Schlusslicht beim Ball der HAK.

Sie sollen am Montag zum Baustadtrat gewählt werden. Müssen wir da in den nächsten Jahren Kasperliaden auf Waidhofener Baustellen erwarten? Die WVP hat das Angebot gemacht. Ich mache es mir nicht gerne gemütlich und nehme die Herausforderung an. Auf Baustellen werde ich sicher nicht in Uniformen auftauchen. Für das Ressort gibt es genaue Jahrespläne, die nach der Wichtigkeit der Straßen- oder Brückenprojekte gegliedert sind. Ich werde sehr genau darauf schauen, dass das Geld im Ressort bleibt und nicht irgendwo hin verschwindet. Ansonsten wird es von uns weiter konsequente Kontroll- und Oppositionspolitik geben.

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