Sozialaktion in Wolkersdorf: Mit der Rikscha kennt das Radfahren kein Alter

Am 11. April werden Fahrerinnen und Fahrer gesucht, die Menschen mit Handicap eine Ausfahrt ermöglichen.
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Es ist das Recht, den Wind im Haar zu spüren. Das Erlebnis, wenn sich die Räder immer schneller drehen, einem der Fahrtwind ins Gesicht bläst und die Wangen rosa werden lässt. Für diese Momente kämpft die Aktion „Radeln ohne Alter“ – denn nur, weil man nicht mehr selber in die Pedale treten kann, soll man auf diese Freuden nicht verzichten müssen.

Wie das geht? Mit einem Gefährt, das in Asien alltäglich ist, bei uns aber nur selten über die Straßen rollt: Fahrradrikschas. Die Idee zu der Aktion stammt aus Kopenhagen, mittlerweile hat „Radeln ohne Alter“ aber 52 Länder in der ganzen Welt erobert. Dazu zählt auch Österreich – und die Stadt Wolkersdorf im Weinviertel, die nun nach Fahrerinnen und Fahrern für das Sozialprojekt sucht.

Kostenloser Verleih

Gleich vorweg: Eine Rikscha gibt es in der Stadt bereits. Nach einer Befragung in der Bevölkerung kaufte die Gemeinde eine Rikscha an. Sie wird mit einem E-Motor unterstützt , ist versichert und kann kostenlos ausgeborgt werden. So wurde sie auch schon zum Highlight bei allerlei Events: ob als Lautsprecher-Transport bei der Radparade oder als Hingucker bei einer Hochzeit. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, außer drei Räder“, wirbt die Radlobby für das Angebot.

Die Grundidee sei jedoch von Anfang an, den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt eine Freude zu machen, wie Hermann Hiebner von der Radlobby erzählt. Er hatte die Aktion bei einer Veranstaltung kennengelernt und war sofort Feuer und Flamme für die Idee. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass die Rikscha beim Pflege- und Betreuungszentrum in der Withalmstraße steht.

Erlebnis für beide Seiten

„Menschen mit Handicap haben oft nur einen sehr eingeschränkten Aktionsradius. Es geht darum, diesen mit Ausfahrten zu erweitern“, sagt Hiebner, der die Rikscha natürlich schon selbst probiert hat. Bis zu 75 Kilometer kann damit geradelt werden, auch größere Ausflüge sind also möglich.

Doch nicht nur für diejenigen, die sich chauffieren lassen, ist eine Fahrt ein Erlebnis, wie Hiebner von Erzählungen weiß. „Es ist für beide Seiten toll! Menschen mit langer Lebenserfahrung können sich mit jüngeren austauschen. Dabei entstehen viele gemeinsame Erfahrungen“, schildert er.

Am kommenden Samstag hat man von 10 bis 12 Uhr die Chance, sich in der Withalmstraße 7 selbst davon zu überzeugen. Es werden Personen gesucht, die den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflege- und Betreuungszentrums oder des betreuten Wohnens Ausfahrten ermöglichen. Dabei erhält man auch eine Einschulung für die Rikscha. 

Infos: www.radlobby.org/ noe/wolkersdorf

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