"Weißes Gold": Im Spargelland NÖ hat die Ernte begonnen

Quer durch Niederösterreich werden auf den Feldern die wertvollen Stangen gestochen.
Spargelernte

Die Familie Lehner hatte heuer wohl die Nase vorne. „Wir haben am 20. März mit der Ernte begonnen“, freut sich Lukas Lehner. Seither wird auf dem 15 Hektar umfassenden Spargelfeldern des Familienbetriebs in Haag gestochen, was das Zeug hält, sowohl weißer als auch grüner Spargel.

Denn das warme Frühjahr hat das Gemüse heuer schon früh aus der Erde getrieben – und entsprechend schnell in die Regale des eigenen Hofladens und der Verkaufspartner gebracht. „Wir sind im Moment ausverkauft“, erzählt Lehner, was jedoch nicht lange so bleiben wird. Denn die harte Arbeit am Feld geht am Osterwochenende schon wieder weiter.

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Lukas, Martin und Simon Lehner bei der Spargelernte in Haag.

Damit hat der Mostviertler Betrieb die Spargelsaison eingeläutet, die für viele Feinspitze untrennbar mit dem Frühling verbunden ist. Der Großteil des Spargels, der dabei auf den Tellern der Österreicherinnen und Österreicher landet, kommt dabei aus Niederösterreich – sofern man auf heimischen Spargel zurückgreift. Denn jene Stangen, die sich schon Mitte März in den Supermarktregalen finden, haben meist einen langen Weg hinter sich.

Spitzenreiter Marchfeld

„Das ist ein großes Problem für unsere Bauern“, sagt der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NÖ, Lorenz Mayr. Denn in den Zulieferländern, die bis Peru reichen, würden oft andere Maßstäbe in Sachen Arbeitsbedingungen, Qualität und Nachhaltigkeit gelten. „Dabei muss man oft nur ein paar Tage länger warten, um auf heimischen Spargel zurückgreifen zu können“, macht Mayr bewusst.

Grafik zu Spargel in Österreich

Wie beispielsweise auf den Marchfeldspargel, dessen geografische Angabe seit 1996 geschützt ist. Tatsächlich stammen 53 Prozent des Spargels, der in Österreich angebaut und geerntet wird, aus dieser Region. Dort wuchs der Spargel schon, bevor er von Landwirten kultiviert wurde – aufgrund lockerer Au- und Schwemmlandböden, die in dieser Region zu finden sind.

Echte Handarbeit

Was sich nicht geändert hat: „Spargel bedeutet Handarbeit vom Pflanzen bis zur Ernte“, wie Werner Magoschitz, Obmann des Vereins Marchfeldspargel g.g. A., erklärt. Das Gemüse wird gestochen, also der oberste Teil der Spargelstange freigegraben und mit speziellen Messern in etwa 25 Zentimetern Tiefe abgeschnitten. Dann geht es ab damit in gekühlte Kisten, bevor der Spargel von Hand gewaschen, sortiert und binnen weniger Stunden an den Handel ausgeliefert wird.

Drei Jahre dauert es, bis aus der Spargelpflanze eine Spargelstange wird. Dementsprechend gut geschützt werden die Felder; durch eine nachhaltige Pflege und mit verschiedenen Arten von Folien, mit denen auch die Bodentemperatur reguliert werden kann. Damit sollte einer erfolgreichen Spargelsaison auch heuer nichts im Wege stehen – wobei diese für echte Fans mit dem traditionellen Stichtag, dem 24. Juni, ohnehin immer zu früh endet.

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