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Eine Handvoll Geschirr, ein Kinderpullover – und ganz viel Menschlichkeit

Ehrenamt, Folge 5. Ehrenamtliche sorgen dafür, dass aus Spenden konkrete Hilfe für Bedürftige wird.
Frau an der Kasse eines Supermarkts mit mehreren Lebensmitteln vor ihr.

Eine Handvoll Geschirr, ein Kinderpullover, gebrauchtes Spielzeug – für manche sind diese Dinge nur Spenden, für andere eine wertvolle Unterstützung im Alltag.

Spontane Entscheidung

Silvia Schmalzhofer sortiert die Sachspenden im Second-Hand-Bereich des soogut Sozialmarkts in Amstetten mit großer Sorgfalt. Die Entscheidung, sich ehrenamtlich zu engagieren, traf sie ganz spontan. „Ich habe vorbeigeschaut und mir gedacht, ich frage einfach einmal nach, ob sie jemanden brauchen“, erzählt sie. 

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten – sie wurde herzlich aufgenommen. Heute ist sie einmal pro Woche fix im Einsatz, manchmal auch zwei- oder dreimal. Wenn jemand ausfällt, springt sie oft ein. „Ich habe jetzt die Zeit und möchte etwas Sinnvolles machen“, sagt sie. Seit fast drei Jahren engagiert sie sich nun im Sozialmarkt. „Wie die Zeit vergeht“, meint sie schmunzelnd.

Zeit sinnvoll nutzen

Nach ihrem Berufsleben wollte die Schmalzhofer nicht einfach nur zur Ruhe kommen. „Das füllt mich nicht aus. Ich schenke meine Zeit und bewirke etwas Sinnvolles.“

Besonders schätzt sie die Begegnungen, die ihre freiwillige Arbeit mit sich bringt. „Man lernt so viele Menschen kennen – aus völlig unterschiedlichen Lebensbereichen.“ Meist seien es jedoch die kleinen Momente, die ihr in Erinnerung bleiben.

„Wenn er mich nicht hätte, würde ihm niemand helfen“

So kommt jede Woche ein Mann im Rollstuhl in den Sozialmarkt. Weil er nicht aufstehen kann, ist er darauf angewiesen, dass ihm jemand Gegenstände aus den Regalen reicht. „Wenn er mich nicht hätte, würde ihm niemand helfen. Es macht mich glücklich, wenn er dann hat, was er braucht.“

Auch die Freude von Kindern über eine kleine Spende berührt sie. Im Sozialmarkt helfen zahlreiche Ehrenamtliche mit. Neben Alltagsgegenständen werden auch aussortierte Lebensmittel, meist Spenden von Supermarktketten weitergegeben, erzählt Schmalzhofer. Die Qualität der Spenden sei dabei durchgehend hoch.

Aufeinander schauen

Doch im Sozialmarkt Amstetten werden nicht nur Lebensmittel und Alltägliches verkauft und weitergegeben, von Dienstag bis Freitag wird außerdem für Bedürftige gekocht – unterstützt von mehreren Ehrenamtlichen, die täglich mithelfen.

Besonders am Herzen liegen Silvia Schmalzhofer Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Vor allem die Situation rumänischer Kinder, von der sie erfahren hat, beschäftigt sie. Für einige sollen Schulen eröffnet werden – doch ein Schulbesuch ist nur möglich, wenn die notwendige Ausstattung vorhanden ist. „Sie brauchen eine Schultasche, Stifte und andere Dinge, die für viele selbstverständlich sind“, erzählt sie.

Wenn im Sozialmarkt ausreichend Kleidung oder Schuhe vorhanden sind, werden diese weitergegeben, und auch nach Rumänien weitergeschickt. Für Schmalzhofer zeigt sich darin der Wert von Zusammenhalt: Dinge, die für manche Menschen übrig sind, können für andere eine große Hilfe sein: „Wenn wir alle aufeinander schauen und vielleicht etwas hergeben, das wir nicht mehr brauchen, wäre die Welt ein Stück besser.“

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