Kampf gegen Neophyten in Altlengbach: Einmal rupfen reicht nicht
Vilma Fischkandl engagiert sich. Jede Woche rupft sie rund zwei Stunden Staudenknöterich aus.
„Natürlich ist der Staudenknöterich grün“, sagt Vilma Fischkandl schmunzelnd. „Aber das ist auch schon alles, was er kann.“ Darum hat sie sich ein Ziel gesetzt: Sie möchte den Neophyten so gut es geht ausreißen. Und das aus gutem Grund: Der Japanische Staudenknöterich breitet sich rasant aus und verdrängt nahezu alles, was ihm in den Weg kommt - die heimische Artenvielfalt leidet darunter.
Zwei Stunden pro Woche
In Altlengbach (Bezirk St. Pölten) kümmern sich die Freiwilligen rund um Fischkandl um drei Flächen. Einmal pro Woche treffen sie sich für etwa zwei Stunden, um den Staudenknöterich auszureißen. Doch die Pflanze gibt nicht auf. Ihre langen Wurzeln reichen tief in den Boden und treiben immer wieder neu aus – sie vollständig zu entfernen ist kaum möglich. Deshalb ist Konsequenz gefragt.
„Es bringt nichts, einmal ein bisschen zu rupfen. Man muss regelmäßig dranbleiben.“ Dass eine kleine Gruppe Freiwilliger den Staudenknöterich nicht vollständig beseitigen kann, ist allen bewusst. Darum greifen sie dort ein, wo sich die Pflanze gerade erst ausbreitet. So soll verhindert werden, dass neue Monokulturen entstehen. „Wenn mehr Menschen mitmachen oder solche Maßnahmen professionell unterstützt würden, könnten wir noch viel mehr erreichen“, sagt Fischkandl.
Der harte Kern
Der harte Kern der Gruppe besteht aus drei Personen. Insgesamt helfen sieben bis acht Freiwillige regelmäßig beim Ausrupfen mit.
Manche übernehmen auch eine kleine „Patenfläche“, um die sie sich eigenständig kümmern. Wer dort rupft, gibt einfach kurz Bescheid – wer Zeit hat, hilft mit. So bleibt die Arbeit flexibel und jeder kann sich nach seinen zeitlichen Möglichkeiten einbringen. Das zahle sich immer aus, so Fischkandl: „Es ist ein großartiges Gefühl, wenn wir vermeintliche Monokulturen öffnen und plötzlich ein Pfaffenkapperl entdecken, das darunter überlebt hat. Dann haben wir das Gefühl, wir verschaffen ihm wieder Licht und Luft.“
Auch wenn nach einiger Zeit wieder Raupen, Hummeln oder andere Insekten auf den freigelegten Flächen zu beobachten sind, lohne sich die Arbeit. Mitmachen kann übrigens jede und jeder. Alles, was nötig ist, sind Handschuhe, eine Gartenschere und etwas Zeit. Ob regelmäßig oder nur gelegentlich – jeder Einsatz hilft. „Niemand muss bei jedem Termin dabei sein. Auch wenn jemand nur einmal Zeit hat, ist das eine große Unterstützung.“
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