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Seltene Huchen in der Ybbs entkommen der Hitze nicht

Rund 20 Exemplare der bedrohten Fische sitzen vor einer Kraftwerksbarriere fest – der WWF schlägt Alarm.
Kraftwerk Ybbs.

Noch vor wenigen Wochen sorgte das Huchensterben in der Pielach für Schlagzeilen. Nun sind auch in der Ybbs einige Huchen verendet. Bilder zeigen außerdem rund 20 Huchen, die sich unterhalb eines Kraftwerks sammeln und offenbar versuchen, flussaufwärts in kühlere Gewässerabschnitte zu gelangen.

Für den WWF zeigen die Aufnahmen ein Problem, das mit steigenden Temperaturen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Viele Wanderwege der Fische sind durch Wehre und Wasserkraftanlagen unterbrochen - sie können den steigenden Temperaturen nicht mehr ausweichen.

Tödliche Falle

„Die Bilder aus der Ybbs zeigen eine gefährliche Kombination aus Hitze und verbauten Wanderwegen. Fische müssen in kühlere und sauerstoffreichere Flussabschnitte ausweichen können. Kraftwerksbarrieren können in solchen Situationen zur tödlichen Falle werden“, sagt WWF-Gewässerschutz-Expertin Marie Pfeiffer.

Huchen zählen zu den anspruchsvollsten heimischen Fischarten. Sie benötigen kühles, sauerstoffreiches Wasser und wandern nicht nur zum Laichen, sondern auch, um auf veränderte Umweltbedingungen zu reagieren. Während Hitzeperioden suchen sie tiefere Kolke, kühle Zuflüsse oder beschattete Flussabschnitte auf.

Kraftwerksanlagen überprüfen

Genau diese Ausweichbewegungen können jedoch scheitern, wenn Wehre oder Kraftwerke den Fluss unterbrechen. Nach Angaben des WWF zeigen die aktuellen Bilder aus der Ybbs, dass sich die Tiere unmittelbar vor einer Barriere sammeln, den Fluss aber nicht weiter aufsteigen können.

Toter Fisch liegt im flachen, klaren Wasser auf Kieselsteinen.

Toter Huchen in der Ybbs: Die jüngste Hitzeperiode setzte der stark gefährdeten Fischart zu.

Die Naturschutzorganisation fordert deshalb, sämtliche Kraftwerksanlagen auf ihre ökologische Durchgängigkeit zu überprüfen. Fischaufstiege müssten nachweislich auch für große Arten wie den Huchen funktionieren. Wo Wanderhilfen fehlen, sollten sie möglichst rasch errichtet werden.

Umfassende Sanierung der Ybbs gefordert

Darüber hinaus brauche es eine umfassende Sanierung der Ybbs. Dazu zählen ausreichend Wasser im Fluss, naturnahe Ufer, mehr Beschattung durch Gehölze sowie die Wiederanbindung kühler Nebenarme und Zuflüsse. Mit steigenden Wassertemperaturen werde die Vernetzung solcher Rückzugsräume immer wichtiger. Die Wasserrahmenrichtlinie und die EU-Renaturierungsverordnung würden dafür einen klaren Rahmen vorgeben, so die Organisation. 

 Aus Sicht der Naturschützer zeigen die aktuellen Bilder, dass nicht allein die Hitze zum Problem wird, sondern auch Flüsse, in denen Fische den lebenswichtigen Weg in kühlere Gewässerabschnitte nicht mehr schaffen.

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