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Karte zeigt: Nur 2,6 Prozent mögliche Naturwälder in NÖ

Neue Karte zeigt Verdachtsflächen für Naturwälder, Umweltorganisation fordert strengeren Schutz.
Ein Mann hält eine Österreichkarte in den Händen.

Auf den ersten Blick wirkt Niederösterreich grün: Rund 40 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. Doch Wald ist nicht gleich Wald. Eine neue Karte der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zeigt, wie wenig von den Wäldern möglicherweise noch echter Naturwald ist. Lediglich 203 Quadratkilometer wurden als sogenannte Naturwald-Verdachtsflächen ausgewiesen. Das entspricht rund 2,6 Prozent der Waldfläche Niederösterreichs. Nur das Burgenland hat mit 0,3 Prozent weniger.

Schutz notwendig 

Naturwälder gelten als besonders wertvoll für Klimaschutz und Artenvielfalt. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff, schützen vor Starkregen und Hochwasser und gelten als widerstandsfähiger gegenüber Stürmen und Schädlingen . Zwar stehen manche dieser Flächen bereits unter strengem Schutz, etwa in Nationalparks oder Wildnisgebieten, diese machen jedoch nur einen Teil der potenziellen Naturwälder aus.

„Etwa im mittleren Kamptal an Steilhängen finden sich vielversprechende Flächen“, sagt Biodiversitätsexperte Dominik Linhard von GLOBAL 2000 im Gespräch mit dem KURIER. Dort sehe man eine „große Chance“ für zusätzlichen Schutz. Im oberen Kamptal seien entsprechende Gebiete bereits in Nationalparkplänen enthalten. Zwar seien viele Flächen Natura-2000-Gebiete, diese erlaubten jedoch weiterhin wirtschaftliche Nutzung. Aus Sicht der Umweltorganisation reiche das nicht aus, um wertvolle Naturwälder langfristig zu sichern.

Datenlücke

„Öffentliche und aktuelle Daten über Standorte und Zustand der Naturwälder gibt es nicht, obwohl diese längst erhoben werden müssten“, sagt Linhard. Angesichts der Klimakrise und fortschreitender Abholzungen habe die Umweltorganisation die Kartierung deshalb selbst in Auftrag gegeben. 

Karte Niederösterreichs wo naturnahe Wälder eingezeichnet sind.

Die Karte zeigt mögliche Naturwald-Verdachtsflächen in Niederösterreich. Je dunkler das Pixel desto höher der Verdacht, dass es sich um einen naturnahen Wald handelt. 

Nun fordert sie, die Verdachtsflächen zu überprüfen und schützenswerte Naturwälder unter Schutz zu stellen. Auf Anfrage heißt es aus dem Büro des für Forst zuständigen Landeshauptfrau-Stellvertreters Stephan Pernkopf (ÖVP), dass die Waldfläche jährlich um 250 bis 300 Hektar wachse. Österreich verfüge über eines der strengsten Forstgesetze, die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer würden ihre Wälder nachhaltig bewirtschaften. 

Doch die Nutzung der Wälder habe sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht und liege im Verhältnis zum Zuwachs bei rund 95 Prozent, in manchen Regionen sogar darüber. In einzelnen Fällen werde damit mehr Holz entnommen, als nachwachse. Das sei ökologisch wie wirtschaftlich langfristig nicht tragbar, so die Einschätzung von GLOBAL 2000.

Aus dem Büro der für Naturschutz zuständigen Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) wird auf laufende Erhebungen von Schutzgebieten verwiesen. Das Land aktualisiere derzeit die Daten der Europaschutzgebiete (Natura 2000), zu denen auch Waldflächen gehören können. 

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