Chronik | Niederösterreich
09.10.2018

Schicksalsschlag: Letzter Urlaub für todkranken Familienvater

Dank zahlreicher Spenden kann sich die vierköpfige Familie Rumpler noch einen Traum erfüllen

„Ich hab’ es nicht fassen können“, erzählt Nicole Rumpler von dem Moment, als sie am Dienstag einen Blick auf das Spendenkonto warf. Nur wenige Tage nachdem der schwere Schicksalsschlag der vierköpfigen Familie aus Guntramsdorf, Bezirk Mödling, bekannt worden war, geht der sehnlichste Wunsch der Rumplers in Erfüllung: eine letzte gemeinsame Urlaubsreise ins Disneyland Paris.

Am 5. Juni änderte sich das Leben der Familie für immer. Der 37-jährige Werner brach aus heiterem Himmel zusammen. Im Spital dann die verheerende Diagnose: Der Familienvater leidet an einem inoperablen Gehirntumor, einem Glioblastom der KURIER berichtete. Rund 400 Menschen erkranken jährlich in Österreich an dieser aggressiven Krebsform. „Die Ärzte sagen, wir können froh sein, wenn er Weihnachten noch erlebt“, erzählt seine 32-jährige Frau. Nicole riss es den Boden unter den Füßen weg. „Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass mein Mann sterben wird.“ Seither dreht sich der Alltag um Pflege, Behandlungen und Behördenwege. Nicole ließ sich von ihrem Angestelltenjob karenzieren, um für ihren Mann und ihre sechsjährige Tochter Selina sowie den gemeinsamen zweijährigen Sohn Damien da zu sein.

Doch der beschwerliche Alltag sollte nicht die letzte gemeinsame Erinnerung der Familie sein: Am Sonntag ließ sich das Paar, das erst im Dezember standesamtlich geheiratet hatte, im kleinen Kreis auch kirchlich trauen. Und sie hoffen, ihre Flitterwochen nachholen zu können: Die Rumplers wünschten sich, mit den Kindern Mickey und Donald im Disneyland Paris besuchen zu können. Dieser Wunsch geht nun Ende Oktober in Erfüllung. Weil die Reise, zu der Nicole eine Begleitperson sowie eine Palliativschwester für Ehemann Werner mitnehmen wollte, finanziell nicht zu stemmen gewesen wäre, bat die Familie um Spenden. Innerhalb weniger Tage kam das benötigte Geld zusammen. Mittlerweile ist der Urlaub gebucht und Werner bekam von den Ärzten grünes Licht sowie eine entsprechende Medikation.

„Bedeutet uns so viel“

Überwältigt wollen sich die Rumplers nun bei allen Spendern bedanken. „Besonders bei unserer Raiffeisenbank in Guntramsdorf, für Finanzierung der Alternativmedizin und dem „Veranstaltungsteam Guntramsdorf“, das die Kosten für Flug und Hotel übernimmt“, sagt die zweifache Mutter. Die weiteren Spenden will die Familie für besondere Erlebnisse, wie etwa Fotos mit Mickey und Minnie, reservieren. „Das bedeutet uns so viel. Das hätten wir uns nie träumen lassen.“

Jenes Geld, was nach dem Urlaub noch übrig ist, kann die Familie für Heilmittel gut gebrauchen. Auf die Rumplers kommen weitere finanzielle Belastungen zu, die sie vor Herausforderungen stellt.