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Sauerhof Baden: Endlich neues Leben im alten Grand Hotel

Nach jahrelangem Dornröschenschlaf und vielen gebrochenen Versprechen soll das traditionsreiche Haus nun tatsächlich revitalisiert werden.
Grand Hotel Sauerhof

Neues Leben im altehrwürdigen Sauerhof. Diese Ankündigung gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach. Gehalten haben derartige Versprechen aber nie. Zuletzt hatte der Badener Siegmund Kahlbacher behauptet, mit asiatischen Investoren ein hochwertiges Gesundheitsressort aus dem langsam verfallenden Gebäude machen zu wollen. 

Revitalisierungskonzept für historischen Sauerhof

Wegen Liquiditätsproblemen ging das Haus dann allerdings ins Eigentum des oberösterreichischen Antiquitätenhändlers und Immobilieninvestors Jürgen Hesz über. Der will nun tatsächlich Nägel mit Köpfen machen. Nach rund einjähriger Vorbereitungszeit präsentiert er ein Revitalisierungskonzept für den Sauerhof.

Dieses sieht - anders als jenes Kahlbachers - keine großen Eingriffe in die Bausubstanz des Hotels vor. Vielmehr wolle man es durch gezielte Modernisierungen sowohl technisch als auch optisch auf Vordermann bringen, betont Architekt Markus Wolfesberger, der Miteigentümer des Sauerhofes geworden ist.

„Planung abgeschlossen“

„Anders als bei früheren Projekten liegt nicht nur eine grundsätzliche Idee vor: Die Planung ist abgeschlossen“, verspricht er. Alle Unterlagen seien fertiggestellt und das Projekt bereits am 16. Juli bei der Bezirkshauptmannschaft Baden zur Bewilligung eingereicht worden. Man habe außerdem schon detaillierte Gespräche mit der Bauabteilung der Stadt Baden und dem Bundesdenkmalamt geführt, so Wolfesberger. „Das Projekt befindet sich nicht mehr in einer Planungs- oder Absichtsphase, sondern hat einen konkreten und nachvollziehbaren Verfahrensstand erreicht.“

Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP) bestätigt: „Alle Versprechen wurden gehalten, alles ist höchst professionell vorbereitet worden. Wir haben auch bereits einen Termin mit den Anrainern gehabt, wo das Vorhaben genau erklärt wurde und jeder Fragen stellen konnte. Es ist schön, dass wir jetzt kurz vor der Realisierung stehen. Das ist ein Impuls für den Tourismus in der Stadt, den wir dringend brauchen.“

Vier Personen sitzen an einem Tisch und besprechen Pläne.

Badens Tourismusstadtrat Peter Koczan, Tourismusdirektor Klaus Lorenz, Architekt und Sauerhof-Miteigentümer Markus Wolfesberger und Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli (vl.).

In den kommenden Wochen soll nun ein Termin für die Bauverhandlung festgelegt werden. Man plane, die historische Substanz des Sauerhofes zu erhalten, erklärt Wolfesberger. Dies gelte auch für den Park. „Damit unterscheidet sich das Vorhaben ebenfalls deutlich von früheren Planungen, bei denen zusätzliche Baukörper und Eingriffe in die Grünflächen angedacht wurden.“ 

Das Konzept sieht eine Überdachung des Innenhofes mit einer freitragenden Glaskuppel vor, auch in den künftigen Zimmern wolle man das Dach teilweise durch Glaselemente öffnen, um Licht ins Innere zu lassen.

Tiefgarage und Wellnessbereich

Der Wellnessbereich soll ausgebaut und eine Tiefgarage mit 77 Stellplätzen errichtet werden. Insgesamt seien 111 Zimmer geplant - also rund 20 weniger als zuletzt. Gesamt-Investitionssumme: rund 40 Millionen Euro.

Betreiben wollen das Grand Hotel Sauerhof allerdings weder Hesz noch Wolfesberger. Man habe derzeit zwei konkrete Angebote von international erfahrenen Betreibern vorliegen, berichtet der Architekt.

Pachtvertrag mit Laufzeit von 20 Jahren

Bis Ende Juli soll die Entscheidung fallen, wer den Zuschlag erhalten soll. Ein Fixpachtvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren sei bereits ausgearbeitet. „Er sichert dem künftigen Betreiber eine langfristige Perspektive und schafft zugleich eine verlässliche Grundlage für den nachhaltigen Betrieb des Hauses“, so Wolfesberger. Eine Verlängerung auf 30 Jahre sei möglich.

46-227356615

Einen wenig einladenden Anblick bietet der Sauerhof in Baden derzeit. Das soll sich bald ändern, versprechen die neuen Eigentümer.

Die Eigentümer hoffen nun, die erforderlichen Genehmigungen noch im Herbst zu erhalten. Ein Beginn der Bauarbeiten spätestens im Frühjahr 2027 sei realistisch, glaubt der Architekt. Danach rechne man mit einer Bauzeit von 14 bis 16 Monaten. Einen konkreten Eröffnungstermin will man allerdings noch nicht nennen.

Neuer Betreiber auch für Hotel Schloss Weikersdorf

Badens Tourismusstadtrat Peter Koczan („Wir Badener“) ist zufrieden: „Wir haben als Stadtregierung das Ziel gehabt, ein Hotel in der Stadt wieder zu eröffnen. Das dürfte jetzt gelingen.“ Man habe „aktiv den Kontakt zu Unternehmern, Liegenschaftseigentümern und möglichen Investoren gesucht, um Gespräche anzustoßen, Türen zu öffnen und Projekte in Bewegung zu bringen.“

Ein Hotel von außen

Auch das Hotel Schloss Weikersdorf in Baden soll bald wieder geöffnet sein.

Bürgermeisterin Jeitler-Cincelli betont: „Eigentümer relevanter Liegenschaften sowie potenzielle Investoren wurden gezielt kontaktiert und bei notwendigen Abstimmungen, etwa mit der Bezirkshauptmannschaft, im Rahmen der städtischen Möglichkeiten unterstützt.“

Diese Bemühungen könnten nun gleich doppelt Früchte tragen: Denn auch beim zuletzt geschlossenen Hotel Schloss Weikersdorf konnte ein neuer Betreiber gefunden werden, der die Wiedereröffnung vorbereitet. Die Homepage des Hotels Weikersdorf ist bereits online. Das „Pytloun Schlosshotel Weikersdorf“ wurde von der tschechischen Pytloun Hotel-Gruppe übernommen, die bereits 13 Häuser, darunter Vier- und Fünf-Sterne-Designhotels in Prag, Liberec sowie im Riesen- und Erzgebirge betreibt.

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