© Verein Fairwurzelt

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
03/07/2021

Verein hilft arbeitslosen Frauen zurück in den Arbeitsmarkt

Marie hat durch den St. Pöltner Verein "Fairwurzelt" einen neuen Job gefunden. Leichter ist die Suche laut der Projektleiterin definitiv nicht geworden.

von Laura Schrettl

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Marie* war sieben Jahre lang arbeitslos. Nach der Karenz bei ihrem ersten Kind fand die Niederösterreicherin keinen Job mehr. Beim AMS hatte sie nahezu schon jeden Kurs und jede Weiterbildung ausgeschöpft, erzählt die 35-Jährige. 

Bis ihr 2019 dann das AMS den Verein "Fairwurzelt" vorgeschlagen hatte. Der Verein hilft Frauen durch eine Beschäftigung wieder zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Langzeitarbeitslose Frauen können hier im Bereich Gartenanbau und -pflege arbeiten und werden für bis zu sechs Monate angestellt. 

"Aufgabe ist gut für Selbstwert" 

"Dabei geht es nicht nur um einen Job. Sondern darum, dass man wieder einen täglichen Ablauf hat, dass man in einem Team wieder funktioniert. Und eine Aufgabe ist gut für den Selbstwert", sagt die Projektleiterin Barbara Seyrl. 

Marie war vorher noch nie mit Gartenpflege in Berührung gekommen. "Aber ich habe interessante Sachen gelernt. Und es war einfach eine Möglichkeit, dass im Lebenslauf etwas drin steht", erzählt sie. 

Die Frauen arbeiten beim Verein im Bereich Gartenanbau oder -pflege, sowohl für private Kunden als auch für Firmen. In einem 3.000 Quadratmeter großen Garten werden Kräuter angebaut und geerntet. "Die Frauen kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. Die meisten bleiben danach nicht in der Gartenpflege", sagt Seyrl. 

Der Verein bekommt Interessierte über das AMS zugewiesen. Das Dienstverhältnis dauert dann zwischen drei und sechs Monate. "Wir unterstützen die Frauen in dieser Zeit bei der Jobsuche", sagt Seyrl. Der Idealfall: Am Ende des Dienstverhältnisses wartet bereits ein neuer Job. So wie im Fall von Marie. 

Sie hatte gleich anschließend einen Job als Saisonarbeiterin bei der Stadtgärtnerei bekommen. Dadurch habe sich wiederum eine weitere Stelle aufgetan - im Bereich der Verwaltung. Dazu hatte sie über das Arbeitsmarktservice eine Ausbildung gemacht. 

"Vielleicht hätte ich irgendwann einen Job in der Verwaltung gefunden. Aber es wäre sicher viel schwieriger gewesen, wenn das alles nicht so passiert wäre. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mich in der Stadtgärtnerei zu bewerben", sagt Marie heute. 

30 Prozent finden Arbeitsplatz 

So viel Erfolg bei der Suche haben nicht alle Frauen, die zum Verein kommen. Rund 30 Prozent finden laut Seyrl danach einen Arbeitsplatz. Durch die Corona-Pandemie sind die Chancen nochmal schwieriger geworden. 

"Jetzt gibt es zusätzlich mehr Arbeitslose. Vielen von ihnen haben einen lückenlosen Lebenslauf. Das haben viele von unseren Frauen nicht. Dadurch haben sie es jetzt noch schwerer einen Job zu finden", sagt Seyrl.

Marie will jedenfalls in der Verwaltung bleiben. Sie ist glücklich dort wo sie ist.

*Name wurde geändert. Ihr richtiger Name ist der Redaktion bekannt. 

Den gemeinnützigen Verein gibt es bereits sei 25 Jahren. Er wird vom AMS Niederösterreich und dem Land Niederösterreich gefördert. Mehr Infos unter: www.fairwurzelt.at

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