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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
09/08/2021

Schüsse in St. Pölten: Jetzt spricht der mutmaßliche Schütze

Der 36-jährige Türke, der auf einen Landsmann mehrmals gefeuert haben soll, wird von Top-Anwalt Rudolf Mayer vertreten.

von Johannes Weichhart

 

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In zäher kriminalistischer Kleinarbeit versuchen die Mordermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich derzeit zu klären, was hinter den Schüssen auf einen 30-jährigen Türken in St. Pölten steckt. Wie berichtet, war der Mann am 21. August im Bereich eines Gasthauses am Mühlweg von zwei Kugeln getroffen worden. Er sackte zu Boden und musste im Spital operiert werden. Der mutmaßliche Täter soll ein 36-jähriger Landsmann sein, mit dem es in der Vergangenheit immer wieder Streit gab. Nach kurzer Flucht stellte er sich der Polizei. Die Waffe (Kaliber 9 mm) konnte von Polizisten sichergestellt werden.

War es Notwehr?

Der Schütze selbst spricht in den Einvernahmen durch die Kripo von einer Notwehrsituation. „Mein Mandant gibt an, dass er von dem 30-Jährigen angesprungen worden sei. Dieser habe einen Gegenstand, vermutlich ein Messer, in der Hand gehalten“, sagt der bekannte Rechtsanwalt Rudolf Mayer, der schon Mandanten wie die „Schwarze Witwe“ Elfriede Blauensteiner, oder auch „Eislady“ Estibaliz Carranza vor Gericht vertreten hat.

Möglicherweise fielen am Mühlweg sogar mehr als zwei Schüsse, der 36-Jährige sagt, dass er „zwei oder dreimal abgedrückt“ habe. „Er betont zudem immer wieder, dass er ihm absichtlich nur auf die Beine geschossen hat“, berichtet Mayer.

Gutachten

Ob das alles stimmt, muss nun in den kommenden Wochen eruiert werden. Eine maßgebliche Rolle wird dabei Ingo Wieser spielen. Der Sprengstoff- und Schießsachverständige zählt europaweit zu den anerkanntesten Experten, ist bereits seit Mitte der 80-Jahren als Gutachter aktiv. „Nach der Tatrekonstruktion, die Mitte September stattfinden wird, dauert es noch ungefähr zwei bis drei Wochen, dann liegen die Ergebnisse und das Gutachten vor“, sagt Wieser im KURIER-Gespräch.

Schmauchspuren

Mit neuen Untersuchungstechniken konnte er zuletzt Licht in einen spektakulären Fall bringen, der österreichweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. In Gerasdorf bei Wien hatte ein 48-jähriger Tschetschene auf einen fünf Jahre jüngeren Landsmann geschossen und ihn getötet. Der mutmaßliche Täter wurde mittlerweile – nicht rechtskräftig – zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Wieser hatte sich in dem Fall unter anderem die verräterischen Schmauchspuren unter die Lupe genommen.

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