Markus Heinz: Vom Vatikan direkt in die Diözese St. Pölten

Markus Heinz: Vom Vatikan direkt in die Diözese St. Pölten
Der gebürtige Böheimkirchner war auch schon Kaplan der Schweizergarde. Unterdessen erhielt Bischof Schwarz einen Protestbrief.

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Die Diözese St. Pölten steckt derzeit voll in einem Umstrukturierungsprozess, den ihr Bischof Alois Schwarz verordnet hat. Zuletzt ist kaum eine Woche vergangenen, in der nicht neue Personalentscheidungen bekannt gegeben worden sind. Meist begleitet von den Protesten der Gegner dieser Reform. Aus all dem sticht eine Besetzung hervor, die am Donnerstag im Konsistorium bekannt gegeben worden ist: Markus Heinz (47) wird ab September der neue Kanzler der Diözese.

Schweizergarde

Markus Heinz, ein gebürtiger Böheimkirchner (Pfarre Maria Jeutendorf), wechselt dazu direkt aus Rom nach St. Pölten. Im Vatikan ist er derzeit noch Mitarbeiter in der deutschsprachigen Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariats, in die er bereits 2003 eingetreten war. Für ein Jahr war er auch Kaplan der Schweizergarde gewesen.

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Markus Heinz wechselt nach St. Pölten

Als im Vorjahr Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bischof Alois Schwarz mit Eltern und Kindern des St. Pöltner Ambulatoriums Sonnschein bei Papst Franziskus eine Privataudienz erhielten, war auch Markus Heinz dabei.

In St. Pölten löst er Gottfried Auer ab, der 1993 zum Ordinariatskanzler ernannt worden war. Dieser bleibt weiterhin Rektor des Bildungshauses St. Hippolyt, Mitglied des Domkapitels und Provisor der Pfarre Kapelln. Markus Heinz wird die Pfarre Pyhra übernehmen.

Bischof Schwarz zu der Bestellung von Markus Heinz, der als Kanzler der oberste Urkundenverwalter im Ordinariat ist: „Ich bin mir sicher, dass er durch seine umfangreiche Erfahrung an der Kurie des Heiligen Stuhls für die verantwortungsvolle Aufgabe bestens gerüstet ist.“

Offener Brief an Papst

Im Vatikan wird man nun auch einen offenen Brief aus der Diözese St. Pölten erhalten. Es geht um den Protest von Religionslehrern – 47 haben den Brief unterzeichnet, 27 wollten ihn nicht öffentlich unterstützen – gegen die Bestellung von Bischofsvikar Patrick Schröder. Der Protestbrief an Bischof Alois Schwarz wurde von den Verfassern auch gleich an Papst Franziskus oder auch Kardinal Christoph Schönborn geschickt. Kritisiert wird, dass damit Schulamtsleiter Josef Kirchner brüskiert werde.

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Kritik an Bischof Alois Schwarz

Dieser hat mittlerweile sein Amt zurückgelegt, obwohl ihn der Bischof zum Bleiben überreden wollte. Zitat aus dem Brief: „Mit der Einsetzung des Bischofsvikars drängt sich die Frage auf, in welchem Licht höchst qualifizierte Mitarbeiter, die nicht dem Klerus angehören, in leitenden Positionen der Diözese gesehen werden.“ Die Verfasser sehen damit eine Abwertung der Funktion.

Diesen Vorwurf weist Bischof Alois Schwarz strikt zurück. Bischofsvikar Schröder sei für Schule, Religionsunterricht, Hochschulen und Studierende zuständig. Er vertrete in dieser Funktion den Bischof in allen Belangen. „Die Unterstellung, durch die Ernennung eines Bischofsvikars wäre eine Abwertung des Schulamtsleiters gegeben, ist weder korrekt noch valide“, schreibt Bischof Schwarz. Im Gegenteil, so finde eine Erweiterung und Verbreiterung des Themenkomplexes Bildung statt. martin gebhart

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