© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
09/01/2021

"Leiner"-Areal: Kritik an „Geheimprojekt“ in der St. Pöltner City

Der geplante Bau eines Hotels im Herzen der Stadt hat die Rolle des Gestaltungsbeirates in den Mittelpunkt gerückt.

von Johannes Weichhart

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Ein Hotel mit 260 Betten, knapp 100 Wohnungen, Restaurant, Büros und Handelsflächen – das Projekt, das Immo-Milliardär René Benko (Signa) auf dem Areal des „Leiner-Stammhauses“ umsetzen will, wird eines der größten Bauprojekte in der St. Pöltner Innenstadt überhaupt.

Zoff hinter den Kulissen

Zwar zeigt sich die Stadt über das Vorhaben sehr erfreut, hinter den Kulissen sollen die Gespräche mit dem Investor dennoch nicht immer friktionsfrei abgelaufen sein. Der Grund: Der Gestaltungsbeirat, ein unabhängiges Sachverständigengremium, das Empfehlungen für alle relevanten Bauobjekte im Stadtgebiet abgeben soll, zeigte sich mit den ersten Plänen nicht zufrieden.

Woran es sich gespießt hat, wurde der Bevölkerung und der Opposition allerdings noch nicht mitgeteilt. Dieser Umstand sorgt nun für Kritik.

„Wir haben diese Konstruktion, mit der die Öffentlichkeit aus der Stadtplanung ausgeschlossen wird, immer wieder kritisiert. Jetzt sieht man, wozu es führt: Wir kennen weder die Originalpläne für das Areal, die Kritikpunkte der Experten und wissen nicht, was letztendlich von der Kritik eingearbeitet wurde“, sagt ÖVP-Klubobmann Florian Krumböck, der von zehn Sitzungen des Gestaltungsbeirates spricht. „Für den Gemeinderat ist und bleibt das Projekt und die Kritik der Fachleute daran eine ,Black Box’“, so Krumböck.

"Diskussionsprozess"

Die Stadt widerspricht dieser Meinung. Es handle sich nicht um ein „Geheimgremium“, „da die Bauwerber und ihre Planer in den Diskussionsprozess „umfassend aktiv eingebunden sind“, sagt Stadtplaner Jens de Buck. Er betont, dass man die erbrachte Arbeit des Gestaltungsbeirats noch heuer präsentieren will. Hierbei soll auch das Projekt am „Leiner“-Area vorgestellt werden. „Ich möchte nicht verhehlen, dass derartige Großprojekte immer polarisieren. Unterschiedliche Meinungen müssen aber möglich sein“, sagt de Buck.

Laut Krumböck sollen unterdessen schon einige Anrainer bei der ÖVP vorstellig geworden sein. Auch sie beklagen, dass sie über die Pläne bislang nicht informiert worden seien. „Es darf hier zu keiner Benachteiligung kommen“, betont der ÖVP-Klubchef.

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