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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
11/16/2021

Junger St. Pöltner soll IS-Terrorgruppe mit Bitcoins finanziert haben

23-Jähriger stand in direktem Kontakt mit einem Kämpfer, zwei Jahre bedingte Haft.

von Johannes Weichhart

Die Guardia Civil in Spanien hatte ihn im Visier, auch das FBI wusste Bescheid. Sie übermittelten Informationen an den Verfassungsschutz in Österreich, der schließlich aktiv wurde. Im Visier der Fahnder: Ein junger St. Pöltner, der nicht nur von der Terror-Organisation "Islamischer Staat" (IS) fasziniert sein soll, er spendete sogar Geld.

Der 23-jährige Österreicher, der vor einigen Jahren zum Islam konvertierte, ist für die Justiz längst kein Unbekannter. Bereits einmal wurde er verurteilt, weil er IS-Propagandamaterial verbreitet haben soll. Am Dienstag musste er sich abermals am Landesgericht St. Pölten verantworten.

Telegram-Gruppen

Obwohl bereits am Radar der Behörden, soll der junge Mann weiterhin in einschlägigen Telegram-Gruppen aktiv gewesen sein. Laut Staatsanwalt soll es ihm besonders der Kanal "Unsere Schwestern" angetan haben. Dabei geht es um inhaftierte Frauen von IS-Kämpfern, denen finanziell geholfen werden soll. Während Unterstützer behaupten, dass mit dem Geld nur Essen und Kleidung angeschafft werde, sind sich Terror-Experten sicher, dass es bei der Finanzierung um die gewaltsame Befreiung der Frauen aus den Kurden-Lagern geht. In weiterer Folge sollen die Frauen zu Kämpfern für den Islamischen Staat ausgebildet werden.

Von alledem will der Angeklagte aber nichts gewusst haben. Allerdings hatte er tatsächlich Geld in Form von Bitcoins überwiesen, in Summe etwa 200 Euro.

Bürgerkrieg in Syrien

Fest steht auch, dass er via Telegram in direktem Kontakt mit einem Mitglied der HTS stand. Bei der HTS handelt es sich um extremistisch-islamistisches Bündnis verschiedener Milizen, die im Bürgerkrieg in Syrien kämpfen. Es wird international mehrheitlich als Terrororganisation angesehen. "Ich wollte mir nur Informationen beschaffen, wie die Lage vor Ort aussieht", verteidigte sich der 23-Jährige, der auch gegen das Waffengesetz verstoßen haben soll. Obwohl mit einem Waffenverbot belegt, kaufte er sich in der Landeshauptstadt eine Gaspistole.

Vom Richter bekommt der St. Pöltner am Dienstag noch eine letzte Chance. Er muss nicht ins Gefängnis, wird zu einer bedingten Haftstrafe in der Dauer von zwei Jahren verurteilt. Zudem muss der IS-Fan ein Deradikalisierungsprogramm absolvieren. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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