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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
08/13/2021

Jung und obdachlos: Sichere Anlaufstelle in der Landeshauptstadt

Verstärkt sind auch Jugendliche von Wohnungslosigkeit betroffen, die Emmausgemeinschaft hilft in St. Pölten.

von Sophie Seeböck

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Fehlt Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Orientierung, wie auch ein Dach über dem Kopf, bietet die Jugendnotschlafstelle „COMePASS“ der Emmausgemeinschaft St. Pölten eine sichere Anlaufstelle.

Wie notwendig Einrichtungen wie diese sind, zeigen Statistiken des Vereins zur Integration benachteiligter Personen deutlich: Insgesamt 81 Gäste, davon 25 Mädchen und 56 Burschen, kamen im Vorjahr in der Notschlafstelle temporär unter – Wiederaufnahmen nicht mitgezählt. Dabei führte die Pandemie bereits zu einem rückläufigen Trend, 2019 nutzten beispielsweise 122 Jugendliche das Angebot.

Immer mehr minderjährige Mädchen

„Das Profil der obdachlosen Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren stark verändert, denn auch junge Menschen sind zunehmend von Obdachlosigkeit bedroht“, fasst Emmaus anlässlich des internationalen Tages der Jugend am gestrigen Donnerstag zusammen. „Auffallend ist die steigende Zahl der minderjährigen Mädchen, die bei ’COMePass’ andocken“, gibt Bernhard Klemt, Leiter der Jugendnotschlafstelle, zu bedenken. Im Vorjahr war ein Drittel der Gäste männlich, in der Altersgruppe unter 18 Jahren entsprach dieser Anteil weiblichen Gästen.

Als einzige niederschwellige Notschlafstelle für 14- bis 25-Jährige im Land wird ein breites Einzugsgebiet abgedeckt. Insgesamt kann zwölf obdachlosen Burschen und Mädchen eine Zufluchtsstätte in Krisensituationen geboten werden, wie Emmaus-Geschäftsführer Karl Langer in einer Aussendung mitteilte. Bis zu drei Nächte kann die Unterkunft anonym in Anspruch genommen werden, danach muss ein Wohnsitz angemeldet werden, maximal für drei Monate.

Integration

Ein Großteil der Gäste kommt aus privaten Haushalten in die Schlafstelle. Sie wohnten beispielsweise bei Freunden oder Verwandten, verloren diese Möglichkeit aber aus verschiedenen Gründen. „Wir wollen die jungen Menschen wieder in die Gesellschaft integrieren. Das geschieht durch Weitervermittlung zu Beratungsstellen und anderen Einrichtungen der Jugendwohlfahrt“, so Klemt. In 21 Fällen konnte im Vorjahr auch eine adäquate Wohnform gefunden werden, obwohl die Pandemie die Weitervermittlung erschwerte. Im Schnitt stieg dadurch die Aufenthaltsdauer bei „COMePass“.

Die Jugendnotschlafstelle COMePASS ist täglich von 19.00 bis 09.00 Uhr geöffnet. Die Erstaufnahme von obdachlosen Jugendlichen ist während der Öffnungszeit jederzeit ohne Voranmeldung möglich.

Adresse: Mühlweg 26 (Seiteneingang), 3100 St. Pölten

Kontakt: 0676/88 6 44 740

www.emmaus.at

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