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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
08/12/2021

Freiwillige Preiserhöhung: St. Pöltner Kaufmann als Vorbild für Großhandel

Zehn Prozent mehr für Milchpreis von regionalem Zulieferer, ohne Kostensteigerung für Kunden.

von Sophie Seeböck

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Es ist eine Entscheidung mit Vorbildwirkung, die der selbstständige Spar-Kaufmann Johann Mohr aus St. Pölten getroffen hat. Mit Anfang dieser Woche erhöhte er den Milchpreis seines regionalen Zulieferers, Hannes Hiegesberger aus Fugging (Bezirk St. Pölten Land), um zehn Prozent – und das freiwillig.

„Die Kosten für die Erzeuger werden immer höher. Mehraufwand, den alleine der Landwirt trägt“, weiß Mohr aus persönlichen Gesprächen mit seinen Zulieferern. „Da ist es kein Wunder, dass viele am Preisdruck zerbrechen und ihren Betrieb nicht mehr weiterführen.“

Langjährige Partnerschaft

Nicht zum ersten Mal hat Mohr den Milch-Einkaufspreis aus freien Stücken erhöht, vor vier Jahren trafen er und Hiegesberger eine ähnliche Vereinbarung.

„Vielleicht können wir im Kleinen damit bewirken, dass der gesamte Handel die momentane Milchpreis-Diskussion für unsere Bauern zu einem positiven Ende bringt“, so Mohr über seine persönliche Entscheidung. Auswirkungen auf den Kunden haben die zusätzlichen zehn Prozent aber keine, der Preis im Regal bleibt beim Alten.

"Gemeinsames Zeichen"

Milchproduzenten und Molkereibetreiber Hannes Hiegesberger freut das Entgegenkommen von Vertriebspartner Mohr sehr. „Damit setzen wir ein gemeinsames Zeichen“, so Hiegesberger. Vereinbarungen in dieser Art und Weise hätte er mit anderen Vertriebspartnern des Großhandels bisher nicht, hält dies in Zukunft aber für unumgänglich.

„Die Milcherzeugung unterliegt momentan einem beinharten Kostendruck, die oft gewünschte kleinstrukturierte Betriebsweise wird immer unrealistischer“, so der Milchproduzent. „Gute Produkte können nur in einem richtigen Umfeld entstehen. Ich denke, dass Milch genauso gekauft werden wird, auch wenn sie teurer wird.“ 

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