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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
11/27/2021

Hobby-Detektive auf Mörderjagd in der Landeshauptstadt

In der St. Pölten ist ein Mord passiert – wie es dazu kam, ist Gegenstand einer Schnitzeljagd durch die Stadt, bei der jeder mitmachen kann.

von Sophie Seeböck

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Vor dem Tellerhaus in der St. Pöltner Innenstadt wird der leblose Körper der 25-jährigen FH-Studentin Sabrina L. gefunden. Der Tod der Tochter einer St. Pöltner Jägerfamilie könnte in Verbindung mit einer Mordserie stehen, die vor 20 Jahren die Landeshauptstadt erschütterte. Drei Frauen wurden damals erstickt und ebenfalls vor dem Tellerhaus abgelegt. Die Fälle blieben ungeklärt.

Ob diese Mordserie nun fortgesetzt wird oder jemand eine falsche Fährte legen möchte, können Hobby-Detektive ab sofort auf einem sogenannten Krimi-Trail in der Landeshauptstadt herausfinden.

„Kleine Unterschiede können den großen Unterschied ausmachen“, verrät Eva Karrer von „My City Highlight“. Sie ist der kreative Kopf, der sich diese fiktive Geschichte ausgedacht und zu einer Kombination aus Schnitzeljagd, Sightseeing und Escape Game zusammengefügt hat. Die St. Pöltner Rätselroute ist bereits ihre neunte in Österreich, aber die erste in Niederösterreich.

„Ich suche immer nach neuen Orten. Vorab recherchiere ich, was es alles zu sehen gibt, welche Sehenswürdigkeiten man besuchen kann und ob es einen bekannten Kriminalfall aus der Region gibt, an dem ich meine Geschichte anlehnen kann“, schildert Karrer den Entstehungsprozess. Für weitere Recherchen kontaktiert die Absolventin der Fachhochschule St. Pölten immer auch Bekannte vor Ort, die ihr dann versteckte „Gemälde, Straßen oder andere Dinge, die man nicht unbedingt kennt“, verraten. „Mit diesem Pool an Infos fahre ich dann selbst in die Stadt, gebe alle interessanten Punkte in Google Maps ein und überlege mir auch gleich eine Frage“, so die gebürtige Kufsteinerin.

Lockdown geeignet

Drei Monate arbeitete Karrer am St. Pöltner Krimi-Trail. „Diese Route hat etwas länger gedauert, da ich mit vielen verschiedenen Medien gearbeitet habe. So sind im Spiel Videos, Sprachnachrichten und Bilder integriert“, gibt Karrer erste Einblicke. Seit November kann „Vom Tellerwäscher zum Mörder“ nun gespielt werden.

Gerätselt wird ohne Tourguide in Kleingruppen ausschließlich im Freien. „Die Teilnehmer sind also unter sich, müssen nichts angreifen und keinen Raum betreten“, schlägt Karrer den Trail auch als Beschäftigung im Lockdown vor.

Zum Rätseln braucht es nur ein vollgeladenes Handy mit Internetverbindung und ein zweites auf dem die vorab zugesandte „Krimi-Akte“ samt Ermittlungsauftrag zu sehen ist. Eine Karte auf Google Maps führt die Hobby-Detektive im Laufe ihrer Ermittlungen an 15 Wohn-, Arbeits- und Freizeitorte der möglichen Verdächtigen in St. Pöltner. „Man startet im Zentrum, der äußerste Punkt der Route ist im Regierungsviertel. Man ist also zwischen zweieinhalb und drei Stunden unterwegs – je nachdem wie viele Pausen man einlegt“, gibt Karrer Einblicke. Entlang des Trails werden weitere Hinweise in einem Chat der Einsatzzentrale mitgeteilt, bis sich ein Täter herauskristallisiert.

Alle Infos: www.krimi-trails.de/oesterreich

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