© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
06/13/2021

Happy End: Sohn ließ Vater nach dessen Kündigung nicht allein

Die Corona-Krise hatte Johann Gauppmann den Job gekostet. Doch dann kam seinem Sohn Michael die rettende Idee.

von Johannes Weichhart

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Es war an einem Augusttag des Vorjahres, als Johann Gauppmann erfuhr, dass sein handwerkliches Geschick nicht mehr länger gebraucht wird. Die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie hatten auch den Betrieb des 58-Jährigen mit voller Wucht erfasst. Gauppmann wurde von einem Tag auf den anderen gekündigt. Das Unternehmen musste sparen.

„Die Nachricht“, sagt der gelernte Dreher im Gespräch mit dem KURIER, „hat mich sehr hart getroffen. Ich wusste nicht, wie es weitergehen soll. Die Sorgen waren groß.“

Es war sein Sohn Michael, der ihm wieder Mut machte. Der 25-Jährige arbeitet in der Abteilung „Technische Services“ bei den Bundesbahnen in der nö. Landeshauptstadt St. Pölten. Der junge Mann repariert dort alles, was auf Schienen unterwegs ist.

„Ich habe zu meinem Vater gesagt, dass er sich doch bei den ÖBB bewerben soll. Einen Versuch wäre es allemal wert“, erzählt Gauppmann jun.

Hürde

Doch zwischen dem ersten Vorstellungsgespräch gab es noch eine Hürde zu bewältigen: die Bewerbung. Deshalb setzen sich Vater und Sohn zusammen, um gemeinsam einen Lebenslauf samt Bewerbung zu verfassen. „Ich musste ihm dabei helfen, weil er

in diesem Bereich natürlich schon etwas aus der Übung ist“, erzählt Michael Gauppmann, der schon seit 2013 bei der Bahn arbeitet, mit einem Schmunzeln.

Es klappte, nun arbeiten Vater und Sohn im selben Unternehmen. In dem kommenden Tagen soll Johann Gauppmann fix übernommen werden, die ÖBB sind froh über ihren Neuzugang.

„Es ist derzeit leider sehr schwierig, Fachkräfte zu finden. Uns ist die Qualität der Mitarbeiter wichtig, nicht das Alter“, erklärt Fertigungsbereichsleiter Michael Gruber.

Dass er seinen Vater nun häufig im Job sieht, stört den 25-Jährigen nicht. „Wenn es passt, gehen wir mittags gemeinsam Essen. Dann wird natürlich nicht nur über die Arbeit gesprochen, man tauscht auch private Dinge aus“, erzählt Michael Gauppmann und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber wohnen tun wir schon getrennt.“

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