© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
12/02/2020

"Gib mir die Waffen, Poidl": Polizist verhinderte Wahnsinnstat

Ein 61-Jähriger musste sich vergangene Woche wegen versuchten Mordes am Landesgericht St. Pölten verantworten.

von Johannes Weichhart

Der KURIER berichtet ab sofort verstärkt aus der Landeshauptstadt St. Pölten. Wenn Sie über alle wichtigen Themen in der Stadt informiert bleiben wollen, dann können sie sich hier oder am Ende des Artikels für den wöchentlichen Newsletter "Ganz St. Pölten" anmelden. 

Drei Sanitäter begleiten Leopold M. in den Schwurgerichtssaal. M. ist schwer krank. Ein künstliches Herz hält ihn am Leben, seine Lungenfunktion ist schlecht. Immer wieder schließt der 61-Jährige die Augen und dämmert kurz weg.

Töchter bedroht

Vor ein paar Monaten, als sich der Gesundheitszustand des Niederösterreichers zu verschlechtern begann, veränderte sich auch die Psyche des Mannes. M. wurde depressiv, bedrohte seine Töchter, mit denen er in einem Haus lebte. Dabei, so die Staatsanwältin, soll er auch seine Waffe gezogen haben.

Die Beziehung mit seiner damaligen Lebensgefährtin ging in dieser Zeit ebenfalls in die Brüche. "Sie wollte nichts mehr von mir wissen", erzählt der Angeklagte. M. wollte das aber nicht akzeptieren. Am 16. Juli setzte er sich ins Auto, nahm einen Revolver, eine Pistole und ein Jagdmesser mit und fuhr zum Haus der Frau. Er hatte bereits einen Abschiedsbrief verfasst, weil er sich nach der Tat das Leben nehmen wollte, so die Anklägerin.

Mann leistete Widerstand

Doch seine Ex war bereits gewarnt worden, sie befand sich zu ihrem Glück nicht mehr daheim. Dafür war die Polizei rasch zur Stelle. "Gib mir die Waffen, Poidl", sagte ein Polizist. Der 61-Jährige soll bei der Verhaftung allerdings Widerstand geleistet haben, auch dieser Umstand wird bei dem Prozess angeführt.

Urteil am Nachmittag

"Ich wollte ihr nichts antun, das war alles ein Blödsinn", beteuert der Angeklagte, der von Rechtsanwalt Josef Gallauner vertreten wird, unter Tränen. Die Geschworenen hatten das Urteil rasch gefällt: Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher, das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Gallauner hat sich für seinen Mandanten drei Tage Bedenkzeit erbeten.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.