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Analyse
12/02/2020

Was in St. Pölten (noch) nicht funktioniert

Wie lebt es sich eigentlich in der Landeshauptstadt? Sehr gut. Doch in einigen Bereichen gibt es noch Luft nach oben. Eine Analyse.

von Johannes Weichhart

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Wahlkampfzeiten sind besondere Zeiten. Vor allem für die Politik. Die einen wollen "ihre" Stadt besonders gut darstellen, die anderen sind auf der Suche nach Problemen und Kritikpunkten, das Ziel ist ein gemeinsames: Wählerstimmen sammeln.

1986 zur Hauptstadt Niederösterreich erhoben, leben mittlerweile mehr als 60.000 Menschen (inklusive Zweitwohnsitzer) in St. Pölten. Vor allem im vergangenen Jahrzehnt hat sich enorm viel getan. Die schnelle Schiene nach Wien sorgte für einen verstärkten Zuzug, neue Lokale machten die City zu einem beliebten Treffpunkt, immer mehr Betriebe siedelten sich an und schufen dadurch Arbeitsplätze. Kurzum, St. Pölten hat sich zu einer lebenswerten Stadt entwickelt.

Dennoch: Nicht alles läuft in St. Pölten rund. Der KURIER hat sich auf die Suche nach Schwachstellen gemacht, die folgende Aufzählung ist natürlich rein subjektiv.

Gesundheitsversorgung

Findet sich nicht noch rasch eine Lösung, dann könnte es ab dem kommenden Jahr in St Pölten keinen einzigen Kinderarzt mit Kassenvertrag mehr geben. Damit wären alle drei Planstellen unbesetzt. Schon jetzt sorgt die Misere für viele verzweifelte Eltern, nicht alle können sich einen Wahlarzt leisten. Zuletzt geisterte - wieder einmal - die Idee eines Kinderärzte-Zentrums durch die Medien, Ausgang allerdings noch völlig ungewiss.

Regierungsviertel

Ältere Jahrgänge können sich vielleicht noch erinnern. Früher war im Regierungsviertel noch richtig was los, also abseits vom normalen Büro-Betrieb. Es gab (sogar) Mode-Geschäfte, mehr Lokale und einen Klangturm, wo in lichten Höhen bekannte DJs auflegten. Jetzt legt sich abends Stille über das Areal, es herrscht tote Hose.

Dabei gab es immer wieder Vorschläge zur Belebung. Vor Jahren kursierte etwa die Idee einer Gastro-Plattform auf der Traisen durch die Medien, umgesetzt wurde diese Vision nie. Die einen sagen es lag am politischen Willen, die anderen führten die Gefahr durch ein Hochwasser an.

Bürgerbeteiligung 

Die Stadt will die Meinung der Bürger wissen. Gut so. Ganz aktuell zum Beispiel bei der Gestaltung des Rings um die Altstadt. Doch das Interesse bei solchen Initiativen hielt sich in der Vergangenheit oftmals in Grenzen. Bestes Beispiel: Die geplante Errichtung einer Grünen Zone rund um das Universitätsklinikum.

Zwar war die (politische) Diskussion um eine gebührenpflichtige Parkzone ohne zeitliche Beschränkung recht emotionsgeladen, beim Volk hielt sich die Aufregung in Grenzen. Nur rund drei Prozent der im Gebiet gemeldeten Bewohner nutzten die Gelegenheit, um an den Informationsveranstaltungen teilzunehmen. Und auch bei der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2024 schien der Funke auf die Bürger nicht recht überzuspringen.

Verkehr

Der gelernte Wiener oder Linzer wird wahrscheinlich über dieses Problem nur milde lächeln, aber in der Landeshauptstadt kann es sich ebenfalls stauen. Freilich ist man vom täglichen Pkw-Wahnsinn wie auf der Tangente weit entfernt, aber auch in St. Pölten gibt es neuralgische Punkte.

So muss man morgens oder abends auf der Mariazellerstraße auf der Strecke vom Landhaus bis zur S33-Auffahrt schon eine Wartezeit einrechnen. Gedanken hat sich die Politik um den Europaplatz gemacht, der Kreisel - sagen Sie niemals Kreisverkehr! - soll durch eine vierstrahlige Ampelkreuzung ersetzt werden. Allerdings ist noch Geduld gefragt, erst im Jahr 2022 rollen die Bagger an.

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