Seit 2014 war das Schloss im Besitz des Wiener Immobilienmaklers Erich Podstatny.

© Schloss Krumbach/Christian Beiglböck

Chronik Niederösterreich
07/15/2020

Russische Eliteschule startet im August im Schloss Krumbach

Ende August eröffnet die International School Schloss Krumbach in der früheren Eventlocation im Bezirk Wiener Neustadt-Land.

„Ein individualisierter Lehrplan, basierend auf den besten europäischen Lehrmethoden, mit Fokus auf eine ausgewogene Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.“ Das verspricht die neue International School Schloss Krumbach, die am 26. August in den 827 Jahre alten Gemäuern ihren Unterricht starten soll, in ihrem Folder.

Bereits vor einem halben Jahr wurden Gerüchte laut, dass ein aus Russland stammendes Professorenpaar an dem Kauf des Eventschlosses im Bezirk Wiener Neustadt-Land und der Errichtung einer internationalen Elite-Schule interessiert sei. Seit dem Frühjahr wurde beinahe unbemerkt umgebaut, bereits im Juni konnten sich die ersten Schüler inskribieren. Und das, obwohl die Bewilligung des Organisationsstatuts seitens des Ministeriums noch aussteht.

Jahrelang war das Schloss Austragungsort diverser Kulturveranstaltungen und privater Feste. Seit 2014 war es im Besitz des Wiener Immobilienmaklers Erich Podstatny. Im Dezember 2019 meldete der Verein „Miteinand“, der das Schloss ein knappes Jahr lang als Hotel- und Gastronomiebetrieb betrieb hatte, Insolvenz an. Kurz nach der Eröffnung des Konkursverfahrens soll der Verkauf des Schlosses bereits über die Bühne gegangen sein: Neue Eigentümerin wurde die gebürtige Russin Oksana Volozhanina mit der Firma „UBP Services GmbH“. Die Wirtschaftswissenschafterin und Universitätsprofessorin lebt seit Jahren mit ihrer Familie in Österreich. Sie selbst kommt aus einer angesehenen russischen Pädagogenfamilie. Die International School bezeichnet sie als ihren „Lebenstraum“.

Kostspieliger Unterricht

Aktuell werden die letzten Umbaumaßnahmen vorgenommen: Die 64 Vier-Stern-Hotelzimmer werden in Schlafräume für 120 Schüler zwischen 12 und 19 Jahren umfunktioniert, die Veranstaltungsräume werden zu Klassenzimmern, das Restaurant zur Schulkantine. Dennoch soll der Charme des Gebäudes erhalten und dem Ruf einer Eliteschule gerecht werden. Das kostet: Ein Schuljahr – inklusive Internat, Versorgung, Verpflegung und Schuluniform – kommt auf 25.000 Euro.

Der Unterricht erfolgt auf Englisch und Deutsch. Die Kinder werden auch abseits der Schulstunden betreut. Im kommenden Schuljahr werden nicht mehr als 20 Schüler unterrichtet: „Wir sehen das erste Jahr als Testlauf unseres Konzepts und wollen sichergehen, dass wir den höchsten Standard anbieten können“, erklärt Volozhanina auf Nachfrage. Ziel ist, auf lange Sicht eine IB-Schule mit MYP-Programm zu werden. IB steht für „International Baccalaureate“ und damit für eine international renommierte Hochschul-Zugangsberechtigung. Das „Middle Years Programme“ (MYP) stellt die Mittelschulreife dar. Was jetzt noch fehlt, ist das Organisationsstatut.

Vonseiten der Niederösterreichischen Bildungsdirektion ist der Nichtuntersagungsbescheid zur Führung der Schule nach dem Privatschulgesetz erteilt. Alles Übrige, etwa das Organisationsstatut, das für die Gründung einer Schule notwendig ist, liegt dem Bildungsministerium zur Prüfung vor.

Ministerium lässt warten

Bereits im April wurde dieses im Ministerium eingereicht, vergangene Woche wurde eine überarbeitete Version geschickt und wartet nun auf seine Prüfung. Eine Privatschule kann bis zur Genehmigung des Organisationsstatuts auch ohne dieses geführt werden, eine Anzeige der Schule reicht für die Gründung. Die Schule kann daher wie geplant Ende August starten und ist theoretisch jetzt schon voll handlungsfähig.

Die Gemeinde Krumbach übrigens begrüßt die neue Nutzung des Schlosses. Bürgermeister Josef Freiler (ÖVP) hat bereits Kooperationen zugesagt, um Infrastrukturen wie Turnsäle und Sportplätze zur Verfügung stellen.

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