HONORARFREI,Skidiebstähle Obertauern

© Polizei Obertauern

Justiz-Krimi
03/25/2013

Rotlicht-König sitzt nur kurz im Gefängnis

Zwei Mal aus Haft getürmt. Gutachter halten ihn für krank, seine Freunde nicht.

von Patrick Wammerl

Ein 60-jähriger Rotlicht-König aus dem Bezirk Neunkirchen spielt seit vier Jahren mit der Justiz Katz und Maus. Nach seiner bereits zweiten Flucht während eines Haftfreiganges sitzt Wolfgang W. nun wieder in der Justizanstalt Wiener Neustadt hinter Gittern – jedoch nicht lange.

W. wurde in Obertauern dabei erwischt, wie er zusammen mit seinem in Deutschland lebenden Sohn (30) haufenweise Ski mitgehen ließ.

W. beherrscht es seit Jahren, mit der Diagnose Klaustrophobie und Bluthochdruck kein Gefängnis lange von innen zu sehen. Dabei hätte er einiges abzusitzen: Zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe wegen gewerbsmäßigen Skidiebstahls und anderer Delikte (2007) läuft gegen ihn derzeit ein Verfahren wegen Menschenhandels und anderer Vorwürfe. W. zog es nach seiner Verurteilung jedoch vor, während eines Freiganges nach Spanien zu flüchten.

Zielfahnder konnten ihn dort fassen und der Justiz ausliefern. Er musste 2009 auf Grund des Gutachtens jedoch freigelassen werden. „Nicht vollzugstauglich“ hieß es. Und das, obwohl die Ex-Freundin und weitere Zeugen aussagten, dass seine Krankheit ein Schwindel sei und er über das Internet gelernt habe, die Symptome einem Gutachter glaubhaft vorzutäuschen.

Sonderermittler

Im Juni 2011 wurde W. von Sonderermittlern gegen Menschenhandel erneut festgenommen, außerdem galt es den Rest der zweieinhalbjährigen Strafe abzusitzen. Zur Verwunderung aller Beteiligten bekam der 60-Jährige jedoch erneut Freigang und türmte wieder. Nach seiner Festnahme in Obertauern, wo er sich in einer engen Sauna versteckte, sitzt er nun seine Reststrafe von sechs Monaten in „Ersatzhaft“ ab – diese setzt eines bessere medizinische Betreuung voraus.

Der laufende Prozess gegen ihn ist jedoch auf Eis gelegt. „Er wurde vom Gutachter für verhandlungsunfähig erklärt“, bestätigt Gerichtssprecher Hans Barwitzius, die Entscheidung. Erst in einem Jahr gibt es eine neuerliche Untersuchung.

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