Rote und Blaue zum ersten Abtasten bei der ÖVP

Udo Landbauer holte mit FPÖ drei Regierungssitze
Nach den Semesterferien wird ernsthaft verhandelt.

Für Sven Hergovich geht es dieser Tage ganz schnell. Am Montag zum designierten Landesparteiobmann der SPÖ NÖ ernannt, saß er am Mittwoch bereits ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Klubobmann Klaus Schneeberger und Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner gegenüber. Es geht um eine mögliche Zusammenarbeit. Die Volkspartei hat nach dem schwächsten Ergebnis seit 1945 nicht nur die Mehrheit im Landtag, sondern durch den Verlust zweier Regierungssitze auch jene in der Landesregierung verloren und braucht daher einen Partner.

Während des Mittwochs gab es also ein erstes Abtasten, die konkreten Verhandlungen werden aber erst nach den Semesterferien starten. Beide Seiten schienen nach dem Treffen zufrieden zu sein. „Es war ein gutes Gespräch“, betonte ein Sprecher von Mikl-Leitner. „Folgetermine werden zeitnah stattfinden“, so SPÖ-Chef Hergovich.

Video: Interview mit designierten SP-NÖ-Chef Sven Hergovicg

Koalition

Hört man in beide Parteien hinein, dann gibt es einige Funktionäre, die mit der Vorstellung einer schwarz-roten Koalition liebäugeln. „Vor allem nach dem Abgang von Franz Schnabl ist der Weg für stabile Zusammenarbeit frei“, meint ein ÖVP-Insider.

Runden gab es aber auch mit FPÖ-Landesparteichef Udo Landbauer, Grünen-Landessprecherin Helga Krismer und Neos-Chefin Indra Collini. Landbauer war der einzige, der auch ein Statement abgab. Bezüglich einer Zusammenarbeit mit Mikl-Leitner betonte er, dass „alles, was ich vor der Wahl gesagt habe“, auch heute gelte: „Da gibt's auch keinen Millimeter, den wir hier Interpretationsspielraum haben.“

Hinsichtlich eines Regierungs- bzw. Arbeitsübereinkommens verwies er darauf, dass seine Partei drei Regierungssitze „vom Wähler zugesprochen bekommen“ habe. Selbstverständlich gehe es darum, „daraus auch etwas zu machen“.

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