Millionenprojekt haucht der Url bei Amstetten neues Leben ein
Bagger sind im Url-Flussbett bereits aufgefahren.
Extremes Niedrigwasser ist derzeit eine Katastrophe für Fauna und Flora des Url-Flusses bei Amstetten. Als einen kleinen Vorteil können das dagegen die Baufirmen nutzen, die derzeit mit massiven Renaturierungsarbeiten am Ybbs-Zubringer beschäftigt sind. Der in den 1960er-Jahren begradigte und mit Steinufern befestigte Fluss soll auf einem beträchtlichen Abschnitt bei Winkling wieder zum Leben erweckt werden.
Begradigter und befestigter Flusslauf der Url wird renaturiert.
„Wir lassen die Url wieder atmen. Die Renaturierung des rund 700 Meter langen Abschnitts gibt dem Fluss seine natürlichen Freiräume zurück und schafft gleichzeitig einen attraktiven Erholungsraum für die Bevölkerung“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP).
Fluss bekommt Dynamik zurück
Im Zuge der Maßnahmen wird der Fluss wieder naturnah gestaltet. Flussschlingen mit abwechslungsreichen Flach- und Steilufern entstehen neu und geben dem Gewässer seine natürliche Dynamik zurück. Buchten und tiefe Kolke schaffen unterschiedliche Strömungsverhältnisse und verbessern die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Ergänzt werden die Maßnahmen durch Totholzstrukturen und Stillgewässer, die als wertvolle Rückzugs- und Fortpflanzungsräume insbesondere für seltene und gefährdete Arten dienen.
„Die Renaturierung stärkt die ökologische Vielfalt des Flusses nachhaltig. Durch die unterschiedlichen Gewässerstrukturen entstehen neue Habitate für Amphibien, Fische, wie den Huchen, und seltene Vögel, wie der Eisvogel. Eine naturnahe Gewässerentwicklung verbindet ökologischen Mehrwert mit einer nachhaltigen Gestaltung unserer Flusslandschaften“, kommentiert die Amstettner ÖVP-Umweltgemeinderätin und Obfrau des Wasserverbandes Ybbs-Unterlauf, Michaela Pfaffeneder, das Projekt.
Naturnahe Gewässer seien wichtige Verbündete im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Sie verbesserten die Biodiversität und förderten vor allem den Wasserrückhalt, heißt es.
Neben der ökologischen Aufwertung entsteht entlang des renaturierten Abschnitts auch eine neue Geh- und Radverbindung. Sie ermöglicht es, die neu geschaffene Flusslandschaft als Erholungsgebiet zu nutzen. Gleichzeitig wird die Url durch die Erweiterung des Flussbettes auch für die Bewältigung von Hochwässern wieder besser gerüstet.
Mehrere Projektträger
Investiert werden in das Projekt rund 1,8 Millionen Euro. Dabei kommen Finanzmittel vom Bund (60 Prozent), vom Land NÖ (30 Prozent), vom Biodiversitätsfonds (8 Prozent) und der Stadtgemeinde Amstetten (2 Prozent). Regionale Firmen sind bei der Umsetzung der Renaturierung federführend.
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