Chronik | Niederösterreich
01.10.2018

Planschen statt Bundesliga: Freibad neben abgespecktem Stadion

Die Stadt Wiener Neustadt schloss aus Geldmangel zwei Bäder. Nun wird eines beim Stadion neu gebaut.

Wiener Neustadt stand 2013 de facto vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Gemeinde musste bereits viele Jahre davor Ballast abwerfen und Verlustbringer wie die beiden Freibäder schließen. Umso überraschender ist es, was die bunte Stadtregierung nach ihrer erfolgreichen Budgetsanierung Montagfrüh im Rathaus bekannt gab. Die Stadt baut nicht nur ein neues Fußballstadion für 4000 Besucher, sondern direkt daneben auch ein neues Erlebnisfreibad. Fast 14 Millionen Euro sind veranschlagt. „Damit kommen wir einem lang gehegten Wunsch und einer Forderung der Bevölkerung nach“, erklären die politischen Vertreter rund um ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger. Mit einem Sondergemeinderat am 8. Oktober für alle nötigen Beschlüsse setzt die Stadt damit den vorläufigen Schlusspunkt unter die unendliche Geschichte des Stadions. „Es gab Milliardäre, die eines bauen wollten, es gab Sportvorstände die Lego-Modelle zeigten und es gab Politiker, denen eine Multisportanlage vorschwebte, aber ein neues Stadion haben wir bis heute keines“, scherzte Schneeberger über bisher gescheiterten Versuche. Weil der SC Wiener Neustadt den Aufstieg in die Bundesliga im heurigen Sommer verpatzte, wird die neue Spielarena nach den Vorgaben der zweithöchsten Spielklasse ausgerichtet. Das Stadion lässt sich modular erweitern.

Es wird mit 3000 Sitz- und 1000 Stehplätzen errichtet. Die überdachte Westtribüne verfügt über 1930 Sitz- und 250 VIP-Plätze. Die Osttribüne für 1700 Besucher kann später problemlos überdacht werden.

Mit einem zusätzlichen Areal südlich des Spielfeldes kann das Gelände beispielsweise für Konzerte für bis zu 20.000 Besucher vergrößert werden. Zusätzlich werden Natur- und Kunstrasen-Trainingsplätze sowie Kleinfelder für die Jugend errichtet. Auf die Platznot des SC-Nachwuchs angesprochen, erklärte Schneeberger, dass der Verein mit dem zur Verfügung gestellten Spielfeldern auskommen muss. „Das ist eine Frage der Logistik“.

Sonnenbad

Durch die geringeren Kosten für den Stadionbau hat man sich entschieden, für 2,3 Millionen Euro direkt daneben ein neues Freibad am Gelände der Aqua Nova zu bauen. Auf 4850 Quadratmeter wird es eine Erlebnislandschaft mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, drei Sprungtürmen, einem Erlebnisbecken mit Kletterfelsen, eine Breitrutsche, Kneippbecken und Wasserspielplatz geben.

Laut FPÖ-Stadtrat Michael Schnedlitz runden Kinderspielplätze, eine Boulderwand und Slackline, Fitness- und Hindernisparcours und andere Attraktionen das Freizeitangebot im neuen Bad ab. Der straffe Zeitplan sieht derzeit vor, dass sowohl Stadion als auch Freibad schon im kommenden Spätsommer 2019 eröffnet werden.