Pfarrer Daniel Kostrzycki.

© Diözese St.Pölten

Wieselburg
05/10/2020

Pfarrer will mit Antikörpern im Blut Coronavirus bekämpfen

Pfarrer Daniel Kostrzycki, Mitglied des Priesternationalteams, ist von Covid-19 genesen und will nun anderen helfen.

von Wolfgang Atzenhofer

Anfang Februar kickte der Wieselburger Pfarrer Daniel Kostrzycki noch in den Reihen des österreichischen Priesternationalteams bei der EM in Prag. Ein Monat später zwangen Schüttelfrost, hohes Fieber und starker Husten den Gottesmann über Wochen ins Bett. Jetzt, nach überstandener Corona-Erkrankung wieder bei Kräften, ließ er es sich nicht nehmen, sein mit Covid-Antikörpern angereichertes Blut zur Behandlung anderer zur Verfügung zu stellen.

„Sie sind unser Erster“, wurde Kostrzycki in der Blutbank des Universitätsklinikums St. Pölten als Premieren-Covid-Plasma-Spender begrüßt. In der Blutbank selbst ist der Pfarrer allerdings kein Unbekannter. Mehr als 90-mal hat er hier bereits als Blutspender seinen Beitrag geleistet.

„Wo ich mich infiziert habe, kann ich nicht rekonstruieren. Ich weiß es nicht. Aber ich bin froh, nach überstandener Krankheit mit meinem Blut anderen Menschen helfen zu können“, so Kostrzycki.

Nicht zum Test zugelassen

Seine Krankengeschichte hat dramatische Züge. So berief er Anfang März noch eine Pfarrgemeinderatssitzung ein, obwohl er sich leicht kränklich fühlte. Nach dem Start der Versammlung brach er diese ab, weil er die Teilnehmer nicht mit der vermeintlichen Grippe anstecken wollte. Als sich in den Tagen darauf Fieber und Schüttelfrost einstellten, wurde er bei drei Anrufen bei der Covid-Hotline 1450 immer wieder beruhigt und nicht für einen Corona-Test zugelassen. Der Hausarzt behandelte ihn mit Antibiotikum, erst nach einer Woche schwerer Krankheit wurde der Priester positiv auf Covid-19 getestet.

Die Zeit der Krankheit war für den Dechanten doppelt hart. Mitten in den Ostervorbereitungen kam es in seinem Umfeld nicht nur in der Pfarre Wieselburg, sondern auch in seinem Dekanat Ybbs zu Erkrankungen. Zudem mussten Mitbrüder und Mitarbeiter seinetwegen in Quarantäne.

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