Pendler-Guide für NÖ: So geht es nach Wien und wieder zurück
Wer vom Norden Niederösterreichs nach Wien pendelt, der hat diesen Sommer schon einiges hinter sich: Mit Anfang Juli wurde die zentrale Stammstrecke gesperrt, weshalb zwischen Wien-Floridsdorf und Wien-Praterstern keine Züge verkehren. Die gute Nachricht: Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan.
Die schlechte Nachricht: Seit gestern Montag haben sich neue Sperren zum Baustellen-Sommer hinzugesellt, die bis 6. September laufen. Für Kundinnen und Kunden aus dem Weinviertel wurden daher ein Ersatzverkehrskonzept entwickelt, auf Basis von Fahrgaststrom-Analysen. Und der große Brocken der Arbeiten an der Stammstrecke steht erst noch bevor; ab 7. September beginnt die Hauptsperre, die 14 Monate in Anspruch nimmt. Um bei all dem nicht den Überblick zu verlieren, hat der KURIER die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
- Wien-Stammstrecke: Sperre bis 6. September
Der Fokus der aktuellen Arbeiten im nördlichen Zugnetz liegt auf der Inbetriebnahme des digitalen Zugsicherungssystems ETCS (siehe unten). Für die Fahrgäste bedeutet das einen Umstieg auf die Ersatzbusse. Der gelbe Bus fährt ohne Zwischenstopp zwischen Floridsdorf und Praterstern, der blaue Bus bleibt auch in der Traisengasse und dem Handelskai stehen. Ein Farbleitsystem in den Bahnhöfen sorgt für Orientierung.
- Sperre Nordwestbahn
Die Linie S3 endet bzw. beginnt bis Anfang September in Jedlersdorf. Auch hier gibt es einen Schienenersatzverkehr, der Fahrgäste bis Floridsdorf bringt. Die Haltestelle Brünnerstraße wird für die Dauer der Sperre nicht angefahren. Wer mit dem REX3 unterwegs ist, muss schon in Korneuburg umsteigen; von dort aus fahren Busse zum Praterstern sowie zum Handelskai.
- Sperre Laaer Ostbahn
Die Züge der Linie S2 fahren bis bzw. ab Gerasdorf, die REX2-Züge ab bzw. bis Wolkersdorf. Von beiden Haltestellen fahren Ersatzbusse bis nach Floridsdorf, jeweils mit Halten in Leopoldau und in der Heinrich-von-Buol-Gasse (Siemensstraße).
- Sperre Nordbahn
Die Linie S1 endet und beginnt in Süßenbrunn. Von dort aus geht es mit dem Bus über den Rennbahnweg bis zum Kagraner Platz. Die REX1-Züge, die zwischen Břeclav und dem Wiener Hauptbahnhof verkehren, werden über Stadlau und Simmering umgeleitet.
- Arbeiten Franz-Josefs-Bahn
Bis 7. September wird noch auf der Strecke gewerkt. Die Gleise werden erneuert und es werden Entwässerungsanlagen auf rund sieben Kilometern Länge gebaut. Deshalb wird jeweils nur eines der Gleise befahren. Alle Züge der Linien REX4 und REX41 halten in den Bahnhöfen Klosterneuburg-Kierling und St. Andrä-Wördern. Zusätzlich halten ausgewählte REX-Züge während der Bauzeit auch in den Stationen Zeiselmauer-Königstetten, Muckendorf-Wipfing und Langenlebarn.
Die Züge der Linie S40 verkehren während der Bauphase nur zwischen Franz-Josefs-Bahnhof und Klosterneuburg-Weidling sowie wieder ab Tulln. Die Linie R40 entfällt in diesem Zeitraum vollständig. Ab 17. August wird der Schienenersatzverkehr für die Züge S40 um eine Station bis Klosterneuburg-Weidling erweitert.
- Wien-Stammstrecke: Sperre bis Oktober 2027
Sobald die Sommersperren enden, beginnt die Hauptsperre der Stammstrecke zwischen dem Hauptbahnhof bzw. St. Marx und dem Praterstern. Die ÖBB wird in dieser Zeit Viadukte, Brücken und Gleisanlagen erneuern. Außerdem werden Bahnsteige verlängert. Die Haltestellen Rennweg und Quartier Belvedere werden modernisiert. Die Wiener Linien werden in dieser Zeit die U-Bahn-Intervalle verdichten, Straßenbahnlinien verstärken bzw. umleiten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzen, die den Fahrgästen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Wozu es all diese Maßnahmen braucht? Keine Region in Österreich wächst schneller als die Ostregion, weshalb die Infrastruktur nachziehen muss. Künftig sollen modernere und längere Züge auf den Strecken unterwegs sein.
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