Veranstaltungen in denen Schülerinnen, die dem interessierten Nachwuchs das Geschehen an der Schule erklären (im Bild HAK Amstetten), darf es derzeit nicht geben

© HAK Amstetten

Schulwahl
11/16/2020

Pandemie lässt Höhere Schulen um den Nachwuchs bangen

Stress bei Kindern: „In welche Schule gehe ich weiter?“

von Wolfgang Atzenhofer

Die massiven Einschränkungen der Corona-Pandemie auf das Schulwesen treffen derzeit Schüler am Ende der Neuen Mittelschule doppelt hart. Sie und ihre Eltern sind bei der Wahl des zukünftigen Ausbildungswegs massiv eingeschränkt und verunsichert. An den Berufsbildenden Höheren Schulen dürfen nämlich die im November stattfindenden Informationskampagnen und Tage der offenen Tür nicht veranstaltet werden. Durch das Informationsdefizit fürchten manche Direktoren sogar nachhaltige negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

„Es ist wirklich schlimm. Die Kinder und auch die Eltern stehen bereits unter großem Druck. Die persönliche Information für mögliche interessierte Schulanfänger und vor allem der wichtige Schnupperunterricht ist nicht möglich“, sagt Brigitte Bartmann, die Direktorin der HAK/HAS Amstetten. Die Info-Tage mit Führungen durch die nagelneue Schule sind untersagt. In der Wirtschaftsschule wollte man im November per Livestream und mit individuellen „Guided Tours“ die Ausbildungszweige und den Sportschwerpunkt an der Schule präsentieren.

„Weil wir derzeit keine Schüler im Haus haben,machen die Präsentationen keinen Sinn und wir haben sie auf den Dezember oder Jänner verschoben“, sagt Bartmann. Durch das Info-Defizit fürchte sie, dass sich viele Neuanfänger falsch entscheiden könnten und später die Wechselschüler mehr werden.

Auf Präsentationen in Social-Media-Plattformen und eine virtuelle Präsentation mit einem Schulfilm als Notlösung setzt Waltraud Ehmayr, Direktorin der HLW in Haag. „Wir wissen aber, dass sich die meisten Schüler durch den persönlichen Kontakt und durch das Erleben des familiären Flairs für unsere Schule entschieden haben. Das ist heuer nicht möglich“, sagt sie. Wie auch ihre Kollegin Bartmann sieht sie auch die Schulen unter Druck. Sie müssen am Ende des Wintersemesters die Zahl ihrer Anmeldungen an das Bildungsministerium liefern, damit dort der Lehrerbedarf fürs nächste Schuljahr organisiert werden kann. „Ich denke, dass das schwierig wird und das Bildungsministerium die Meldefrist nach hinten verschieben sollte“, sagt dazu der St. Pöltener HTL-Direktor Martin Pfeffel. Rund 400 Neuanfänger verzeichnet die Technikschmiede jährlich.

Verunsicherung

Pfeffel befürchtet zudem, dass durch die verschlechterte Chance auf gute Information viele Unterstufen-Gymnasiasten verunsichert sind und nicht in eine technische höhere Schule wechseln, sondern am Gymnasium die Oberstufe besuchen. „Diese Leute werden dann in wenigen Jahren am Arbeitsmarkt fehlen“, sagt er. An seiner Schule versucht man, wie vom Ministerium und der NÖ Bildungsdirektion empfohlen, mit virtuellen Mitteln künftige Schüler bestmöglich zu informieren. In den nächsten Wochen wird die HTL St. Pölten mit einem mit einer Videowall und Foldern ausgestatteten Autoanhänger vor Neuen Mittelschulen auffahren, um dort verstärkt gezielt um künftige Schüler zu werben.

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