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Dürre
06/25/2020

NÖ: Wasserprojekte im Kampf gegen den Klimawandel

Das Land Niederösterreich gründet ein Kompetenzzentrum für Bewässerung. Die alten Dieselaggregate werden abgeschafft.

von Johannes Weichhart

Als der Himmel am vergangenen Wochenende seine Schleusen öffnete, regnete es in manchen Regionen zwei Tage lang ohne Pause durch. Die Wassermassen schlugen sich auch in der Statistik nieder: Mit 235 Millimeter pro Quadratmeter liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im bisherigen Jahr deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Doch die Zahl täuscht. Denn Niederösterreich wurde heuer auch schon von einer wochenlangen Dürreperiode heimgesucht, für manche Ackerlandkulturen kam der Regen viel zu spät.

Schädlinge

„Der Klimawandel ist längst in der Landwirtschaft angekommen, die Wetterextreme nehmen zu“, weiß auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Die Folgen: Man beobachte ein verstärktes Auftreten von Schädlingen, verdorrten Feldfrüchten und abgeschwemmten Böden, so Pernkopf. Es gehe deshalb nicht nur darum, die Menschen vor Hochwässern zu schützen, sondern auch dafür zur sorgen, dass die Ackerböden genug Wasser bekommen.

Kompetenzzentrum

Zu diesem Zweck wird nun ein Kompetenzzentrum für Bewässerung gegründet. Ab Juli werden dort Expertisen aus Wasser- und Landwirtschaft gebündelt, um neue Projekte zu planen, innovative Methoden zu erforschen und Gemeinden und Bauern zu beraten. Die Leitung übernimmt Wolfgang Neudorfer, Geschäftsführer der Marchfeldkanal-Betriebsgesellschaft.

Elektrifizierung

Bereits fix ist, dass in den kommenden drei Jahren rund 60 Bewässerungsprojekte umgesetzt werden, darunter in Zisserdorf, Krems, Angern an der March, Gedersdorf und Waldkirchen an der Thaya.

Dort werden entweder neue Bewässerungen und Pumpen errichtet oder bestehende Dieselaggregate elektrifiziert und damit durch erneuerbare Energie ersetzt. „Schon in den vergangenen Jahren wurde durch die Elektrifizierung von Feldbrunnen über eine Million Liter Diesel eingespart“, berichtet Pernkopf.

Zu wenig Grundwasser

Laut Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager seien zudem schon wichtige Forschungsprojekte in der Pipeline. So wird etwa im Pulkautal, wo es traditionell ein sehr geringes Grundwasseraufkommen gibt, ein Pilotprojekt zur Tröpfchenbewässerung gestartet. Oberflächenwasser soll hier in Retentionsbecken gespeichert und für die Weingärten genutzt werden.

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