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Chronik Niederösterreich
02/19/2021

NÖ: Virusmutationen bereiten Krisenstab "Kopfzerbrechen"

115 Fälle der britischen Variante wurde bereits bestätigt. Mehr als 33.000 Menschen bereits immunisiert.

von Johannes Weichhart

In Niederösterreich werden am kommenden Freitag werden erneut Online-Termine für die Impfung gegen das Coronavirus vergeben. Wie Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka erklärte, werden 56.000 Plätze zur Verfügung stehen.

Zum Zug kommen sollen vor allem Beschäftigte aus dem Gesundheitsbereich. LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) erneuerten indes die Forderung nach allgemeiner Anerkennung der sogenannten Nasenbohrertest.

Die bisherigen beiden Online-Anmeldetermine für die Immunisierung waren vor allem für über 80-Jährige reserviert gewesen. 43.400 Registrierungen seien „erfolgreich erledigt“ worden, betonte Chwojka, gleichzeitig Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich, am Freitag vor Journalisten. Zufriedenheit herrsche dennoch nicht, weil noch nicht alle Personen aus der Altersgruppe auch Termine erhalten hätten. Dies sei aber in erster Linie der Impfstoff-Knappheit geschuldet.

Noch zu wenig Impfstoff

Dass es am Freitag mit der Anmeldung der Gesundheitsmitarbeiter weitergeht, liege daran, dass nun hauptsächlich das Serum von AstraZeneca injiziert werde. Dieses wird für über 65-Jährige vorerst nicht verwendet. Erst wenn wieder genug Impfstoff für die über 80-Jährigen zur Verfügung steht, sollen für diese Personengruppe auch erneut Termine vergeben werden.

Neben dem Gesundheitspersonal können sich ab dem kommenden Freitag auch Personen mit Behinderung und deren persönliche Assistenz und Menschen mit Naheverhältnis zu schwer kranken Kindern für die Immunisierung anmelden. Offen ist die Registrierung laut Chwojka weiters für enge Kontaktpersonen von Schwangeren.

Hochrisikopatienten

Das zuletzt viel kritisierte Online-Anmeldesystem werde „permanent verbessert“, sei aber „weitgehend alternativlos“, sagte der Impfkoordinator. Auch Patientenanwalt Gerald Bachinger hielt im Rahmen des Pressegesprächs nach einer Lagebesprechung fest, dass die Beschwerden der Bevölkerung über den Registrierungsmodus „besprochen und analysiert“ worden seien. Künftig werde auch eine Kooperation mit den Krankenversicherungsträgern eingegangen, „um eine bessere Erfassung von Hochrisikopatienten zu haben“, so Bachinger.
Insgesamt 94.044 Dosen wurden bis Freitagmittag in Niederösterreich injiziert. Bereits doppelt geimpft und damit vollständig immunisiert sind 33.073 Personen.

Abseits der Impfung war das Testen das große Thema der Lagebesprechung. Pernkopf forderte die Anerkennung der in den Schulen verwendeten sogenannten Nasenbohrertests „auch für andere Bereiche“, also etwa für das Freitesten und die Untersuchungen der Berufsgruppen. Unterstützung bekam der Landesvize dabei nicht nur von Königsberger-Ludwig, sondern auch von NÖ Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, Präsident Rupert Dworak (Verband Sozialdemokratischer GemeindevertreterInnen in NÖ) und dem Vorsitzenden der Landesgruppe NÖ des Österreichischen Städtebundes, Matthias Stadler.

Im Bundesland herrsche generell eine „sehr hohe Bereitschaft zum Testen“, betonte Pernkopf mit Verweis rund drei Millionen bisher durchgeführte Corona-Untersuchungen. In etwa 300 Gemeinden stehen laut Königsberger-Ludwig nunmehr Teststraßen zur Verfügung.
Kopfzerbrechen bereitet Pernkopf zufolge allerdings die aktuelle Mutationsentwicklung. „Da schauen wir ganz genau drauf“, ergänzte die Gesundheitslandesrätin.

115 bestätigte Fälle der britischen Variante seien aktuell im Bundesland bekannt, bisher noch nicht festgestellt wurde die Mutation aus Südafrika. Bei 1.556 noch nicht vollständig sequenzierten Proben besteht zudem Mutationsverdacht.

Keine FFP2-Maskenpflicht im Freien

Verwiesen wurde von Königsberger-Ludwig einmal mehr auch darauf, dass bei Mutationen der gängige Modus praktiziert werde: „Testen, tracen, isolieren.“ Ein klare Absage aus Niederösterreich gab es hingegen für die zuletzt diskutierte FFP2-Maskenpflicht im Freien. Eine solche Erweiterung „kommt nicht“ betonte Pernkopf.

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