Chronik | Niederösterreich
23.03.2017

Pernkopf: "Wir müssen unsere Flussjuwele schützen"

Seit 2009 wurden in NÖ 90 Millionen Euro in 160 gewässerökologische Projekte investiert.

Jahrzehntelang wurden Flüsse in enge "Korsetts" gezwängt – Fließstrecken teilweise begradigt und Uferbereiche befestigt. Um die Lebensräume der Fische zu verbessern, hat das Land NÖ seit 2009 rund 160 gewässerökologische Projekte initiiert und gefördert. Insgesamt wurden 90 Millionen Euro investiert. Anlässlich des gestrigen Tags des Wassers zog Landesrat Stephan Pernkopf eine Zwischenbilanz.

"Wir sind das Naturland Nummer eins; die umfangreichen Renaturierungen beweisen das. Alleine in den letzten zwölf Monaten haben wir dafür vier Millionen Euro in die Hand genommen, mit denen unsere Gewässer sauberer, unsere Natur reicher und unsere Ortschaften im Hochwasserfall sicherer werden", sagte Pernkopf. Ein herausragendes Beispiel sei die Neugestaltung des Mündungsbereichs der Traisen. Aus einem kanalartig ausgebauten Gerinne wurde ein "hochattraktives Auengewässer, in dem sich bereits eine Zunahme des Fischreichtums nachweisen ließ", betonte Pernkopf.

Anbindung an Donau

Ein weiteres Vorzeigeprojekt sei das EU-LIFE-Projekt "Mostviertel-Wachau", bei dem etwa in der Wachau ehemalige Nebenarme wieder an die Donau angebunden wurden. An der Ybbs seien Gerinneaufweitungen, Nebenarme und Fischwanderhilfen errichtet worden. Für heuer sind an der March Renaturierungen der Mündungsstrecke, die ökologische Anbindung des Stempfelbaches und die Wiederanbindung von zwei Nebenarmen vorgesehen. In der Wachau erfolgt die Belebung der Auenlandschaft in Rossatz.

Da das Land NÖ auf unberührte Flussjuwele großen Wert legt, hat es im Vorjahr eine Verordnung erlassen, mit der solche Gewässer unter Schutz gestellt werden können – die Oberläufe von Ybbs und Erlauf oder die Lainsitz bei Gmünd sollen vor zukünftigen Verbauungen bewahrt werden.