Chronik | Niederösterreich
01.05.2017

NÖ in Silicon Valley: Die Mission zu den Besten

Digitalisierung, Spirit, Firmengründungen: Delegation aus NÖ holte sich Anregungen aus den USA.

Firmengründer, noch keine 30 Jahre alt; Millionäre in Jeans und Kapuzenpulli; Studenten, die Ideen in einem eigenen Betrieb umsetzen wollen. Und: Geldgeber, die in diese Ideen investieren. In der Bay Area bei San Francisco (USA), speziell im Silicon Valley, werden ständig neue Betriebe gegründet. Hier sind Firmen angesiedelt, die das Leben der Menschen verändert haben. Google, Facebook, Tesla, Oracle sind nur ein paar der Namen. Die Top-Unis Stanford, Berkeley und University of California bilden die jungen Menschen aus und stellen Kontakte zur Wirtschaft her.

"Wir wollen von den Besten lernen", erklärt NÖ-Wirtschafts- und Technologie-Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP). Sie leitet die Delegation in die Region – organisiert von ecoplus. Der Zeitpunkt ist gut, wurde doch in NÖ ein Schwerpunkt zur Digitalisierung gesetzt (siehe Zusatzbericht rechts).

Vertreter der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung sind mit in den USA. Ziel: Netzwerken. Überhaupt werden Kontakte angebahnt. Spire, ein Weltraumtechnik Start-up in San Francisco, sucht einen Standort in Europa. Gegründet wurde es vom Niederösterreicher Peter Platzer. Einmal ist die Ansiedlung in Österreich gescheitert. "Wir werden uns für den Standort in Niederösterreich einsetzen", erklärt die Landesrätin.

Weltraummission

Die nö. Weltraumtechnik-Firma AMR Propulsion knüpft wiederum in der Bay Area Kontakte. "Wir sind stark auf die USA ausgerichtet", sagt Gründer Alexander Reissner. AMR ist ein "Ableger" der FOTEC (Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt). "Die Fachhochschule setzt einen Schwerpunkt im Bereich Start-Ups", sagt FH-Geschäftsführer Josef Wiesler. Unternehmensgründungen will auch Karl Ennsfellner von der IMC FH Krems ausbauen. Standford hüpft das vor.

"Die Universität bietet ein intellektuelles Umfeld, das die Generierung neuer Ideen sehr begünstigt", erklärt Professor Friedrich Prinz. Der gebürtige Niederösterreicher lehrt in Stanford. "Was kann ich machen, um die Gesellschaft zu verändern", ist das Credo.

Zwei Studenten aus NÖ werden die Uni-Luft in Berkeley bei der "Entrepreneurship Summer School" schnuppern können. Die Landesrätin hat die Vereinbarung vor Ort unterzeichnet. Ein Bootcamp fand bereits in Österreich. Die Studenten werden ihre Ideen präsentieren, eine Jury sucht die Besten aus.

Facebook

Die Delegation besucht auch die großen Firmen, die Spirit und Arbeitsorganisation präsentieren wollen. Ein Mitarbeiter von airbnb nimmt auf einer Samtcouch Platz. Der Tee steht am Kaffeehaustischerl, der Laptop ist aufgeklappt. Bei dem Community-Marktplatz für Buchung und Vermietung von Unterkünften – sind die Besprechungszimmer den Räumen der Vermieter nachempfunden.

Securitys lassen die Besucher bei Facebook nicht aus den Augen. Der Reisepass muss vorgewiesen werden. Fotografieren der Arbeitsplätze verboten, dafür gibt’s Eis, Smoothies, Kaffee – gratis für alle Mitarbeiter und Besucher. Nicht immer sind alle erwünscht. Journalisten der Delegation dürfen den Vortrag über "Privacy" nicht hören. Sie bekommen eine Führung über das begrünte Dach. Smoothies und Kaffee natürlich zu freien Entnahme.