Mikl-Leitner will Landesrat Stephan Pernkopf als Stellvertreter.

© KURIER/Franz Gruber

Niederösterreich
01/24/2017

Niederösterreich: Pernkopf als Stellvertreter

Landeshauptfrau in spe: "Er ist mein Wunschkandidat"

von Matthias Hofer

Die Zeitfenster, um über Personalfragen innerhalb der nö. Landespolitik spekulieren zu können, werden deutlich kürzer. Nur einen Tag, nachdem er seinen Rückzug angekündigt hatte, präsentierte Landeshauptmann Erwin Pröll vergangene Woche seine Nachfolgerin: Der Parteivorstand hatte sich einstimmig für Johanna Mikl-Leitner ausgesprochen. Und wiederum keine Woche später, dürfte nun auch feststehen, wer ihr als Landeshauptmannstellvertreter folgt. Nämlich der ohnehin als aussichtsreichter Kandidat gehandelte Agrarlandesrat Stephan Pernkopf.

"Ja, er ist mein Wunschkandidat", bestätigt Mikl-Leitner am Dienstag gegenüber dem KURIER. "Wir kennen uns seit 17 Jahren und haben immer ausgezeichnet zusammengearbeitet."

Damit hat der Bauernbund mit seiner Forderung nach dem Stellvertreter-Sessel Gehör gefunden. Noch nicht fix ist, ob der 44-jährige Wieselburger auch das prestigeträchtige Finanzressort von Mikl-Leitner übernehmen wird. Die Möglichkeit, dass sie diese Aufgabe auch als Landeshauptfrau weiterführt, steht im Raum.

Auch Prölls Platz in der Regierung vakant

Unklar ist auch noch, wer ins sechsköpfige ÖVP-Regierungsteam nachrückt - mit dem Abgang von Erwin Pröll wird im Frühjahr ein Sitz frei. Zuletzt war wieder häufig der Name von Bauernbund-Direktorin Klaudia Tanner im Spiel. Ob die Partei vier Frauen und zwei Männer im Regierungsteam abnickt, bleibt aber abzuwarten. Bis zuletzt war auch immer wieder der Name Gerhard Karner zu hören. Der Zweite Landtagspräsident ist allerdings ein Vertreter des ÖAAB (Pröll ist Bauernbündler), was wiederum eine bündische Diskussion nach sich ziehen könnte.

"Ein Schritt nach dem anderen", sagt Mikl-Leitner zur Nachbesetzung. Klar sei aber, dass es keinen Grund für weitere, große Veränderungen im "exzellenten Team" gebe. Bis zu ihrer Übernahme werde jeder - auch sie selbst - seine bisherigen Aufgaben unverändert weiterführen. Am Mittwoch tritt die ÖVP-Spitze zu einer Regierungsklausur zusammen.

Pernkopfs Weg führte über Wien

Der aus dem Mostviertel stammende Stephan Pernkopf wurde 1972 in Scheibbs geboren. Er ist Absolvent des Francisco-Josephinum in Wieselburg und promovierte 2006 an der Uni Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften.

Ab 1999 war Pernkopf in der Niederösterreichischen Versicherung als Assistent des Generaldirektor-Stellvertreters tätig. Aber bereits ein Jahr später begann der passionierte Blasmusiker seine politische Karriere als Gemeinderat in der Gemeinde Wieselburg-Land sowie bei der ÖVP Niederösterreich, wo er von 2000 bis 2001 als politischer Referent arbeitete.

Rechte Hand von Molterer und Josef Pröll

Anschließend machte Pernkopf den Schritt in die Bundespolitik als Ministersekretär, zunächst von Landwirtschafts- und Umweltminister Wilhelm Molterer (ÖVP), dann von dessen Nachfolger Josef Pröll. 2005 stieg er zum Kabinettschef auf und blieb dies bis zum Ende der Bundesregierung Gusenbauer, wo er auch in der von Josef Pröll geleiteten ÖVP-Perspektivengruppe mitarbeitete.

Als Josef Pröll 2008 zum Vizekanzler und Finanzminister aufstieg, wanderte Pernkopf als Kabinettschef mit in die Himmelpfortgasse.

Noch immer war er Gemeinderat in Wieselburg-Land. Bis zum Jahr 2009, in dem Pernkopf auch hauptamtlich wieder nach Niederösterreich zurückkehrte. Am 26. Februar wurde er als Agrarlandesrat angelobt. In seinen Verantwortungsbereich fallen die Ressorts Agrar, Energie und Umwelt, sowie der Katastrophenschutz und der Niederösterreichische Landesfeuerwehrverband.

2011 heiratete er in Wieselburg vor viel Politprominenz seine Frau Marianne, privat spielt er Saxofon bei der Steven's Bigband und in der Bläserformation die.tschechen.

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