Neunkirchen: Mediashop-Pleite für Stadt wie ein Keulenschlag

Bürgermeister Peter Teix (ÖVP) ist seit 100 Tagen im Amt und hat viele Hürden zu meistern. Am 31. Mai wird bereits neu gewählt.
ÖVP-Bürgermeister Peter Teix

Peter Teix (ÖVP) ist seit Herbst 2024 bereits der dritte Bürgermeister, der in Neunkirchen am Ruder ist. Ob er als Kurzzeit-Stadtchef in die Geschichte der Stadt eingehen wird oder doch länger im Amt bleibt, wird sich am 31. Mai weisen. An diesem Tag stehen nach dem Polit-Chaos der vergangenen Monate Neuwahlen in der Bezirkshauptstadt an.

Die Koalition zwischen der Volkspartei und den früheren Blauen und jetzigen Bürgerliste "Wir für Neunkirchen" (WfN) steht nach dem FPÖ-Parteiausschluss von Vizebürgermeister Marcus Berlosnig und sechs seiner Mandatare auf wackligen Beinen.

Teix und die ÖVP sind sich bewusst, dass sie nach dem 31. Mai einen stabilen Regierungspartner benötigen, wenn sie weiter an der Macht bleiben wollen.

Mediashop-Pleite trifft auch das Budget

100 Tage ist Teix diese Woche als Stadtchef im Amt. Und die Herausforderungen in der Abgangsgemeinde könnten nicht größer sein. Die Pleite des Neunkirchner Teleshopping-Senders Mediashop trifft die Stadt aktuell besonders hart. Der Betrieb hat mehr als 45 Millionen Euro Schulden und sperrt zu. "Das sind mehr als 150 Arbeitsplätze. Bei uns gehen gerade laufend Anfragen von Mitarbeitern ein, die einen neuen Job suchen", schildert der Bürgermeister im Zuge eines Medientermins am Dienstag.

Auch finanziell ist das Ende des Mediashops für die Stadt besonders bitter. Als einer der größten Arbeitgeber in Neunkirchen leistete die Firma mehr als 150.000 Euro an Kommunalsteuer. Diese Woche finden für die betroffenen Mitarbeiter des Unternehmens Informationsveranstaltungen mit der Arbeiterkammer und Betriebsversammlungen statt.

Der Mediashop in Neunkirchen ist Pleite. 160 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Der Mediashop in Neunkirchen ist Pleite. 160 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Da ist es nur ein kleines Trostpflaster, dass demnächst ein neuer Betrieb der Stadt etwa 50 Arbeitsplätze bringen wird. An der B17 baut die Familie Kirnbauer aus Prigglitz auf einem 80.000 Quadratmeter großen Grundstück ein hochmodernes Sägewerk.

Sprung ins kalte Wasser

Als eine der größten Herausforderungen als Bürgermeister sieht Teix die Sanierung des Budgets in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Er macht das Thema am städtischen Hallenbad fest. Das Bad beschert der Stadt einen jährlichen Betriebsabgang von rund 450.000 Euro. "Wir betreiben und bezahlen es. Genutzt wird das Bad aber von 55 Schulen aus der Region, die alle hier schwimmen gehen", so Teix.

Deshalb sieht er auch den Bund bzw. das Bildungsministerium gefordert, sich an den Allgemeinkosten zu beteiligen. "Wir brauchen hier eine öffentliche Debatte. Das Problem haben unzählige Gemeinden mit Bädern in Österreich", sagt Teix.

Was das alte Musikschulgebäude in Neunkirchen anbelangt, ist der Stadtchef um eine Lösung bemüht. Der marode Komplex gehört dringend saniert und muss barrierefrei umgebaut werden. Bisher scheiterte der Einbau eines Lifts an der Zustimmung des Denkmalamts. "Wir haben aber neue Gespräche geführt. Ein Lift auf der Rückseite des Hauses ist nun möglich", erklärt der Stadtchef.

Team wird im April präsentiert

Mit welchem Team Teix in die Wahl am 31. Mai gehen wird, darüber verliert er zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Wort. Bis zum Stichtag am 10. April müssen die Kandidatenlisten eingereicht sein. "Danach werden wir das ÖVP-Team vorstellen", sagt der Bürgermeister.

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